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Wirtschaft Georgien Q2 2026

4. September 2026 / Georgien Immobilien

Wirtschaft Georgien Q2 2026: Unternehmen erzielen 67,5 Mrd. GEL Umsatz

Stand: 4. September 2026

Georgiens Unternehmenssektor ist im zweiten Quartal 2026 weiter gewachsen. Der nominale Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 11,9 Prozent auf 67,5 Milliarden GEL. Der Produktionswert stieg gleichzeitig um 10,7 Prozent auf 25,7 Milliarden GEL.

Auch die Beschäftigung entwickelte sich positiv: Die durchschnittliche Zahl der im Unternehmenssektor tätigen Personen nahm um 4,1 Prozent auf rund 828.400 zu. Die durchschnittliche monatliche Vergütung der Arbeitnehmer erreichte 2.471,5 GEL.

Für Immobilienkäufer und Investoren sind diese Zahlen besonders interessant. Sie zeigen, dass sich die Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeimmobilien in Georgien auf mehrere wirtschaftliche Säulen stützen kann. Handel, Produktion, Bauwirtschaft, Transport, Informationstechnologie, Gesundheit sowie Beherbergung und Gastronomie schaffen Arbeitsplätze und benötigen unterschiedlichste Immobilien.

Wer diese Unternehmensdaten in den größeren Marktzusammenhang einordnen möchte, findet in unserem Überblick zum Immobilienmarkt in Georgien weitere wichtige Kennzahlen für Käufer und Investoren.

Allerdings dürfen die spektakulären 67,5 Milliarden GEL Umsatz nicht mit dem georgischen Bruttoinlandsprodukt oder der tatsächlich neu geschaffenen Wertschöpfung verwechselt werden. Für Immobilienentscheidungen sind Beschäftigung, Einkommen, Produktionswert, regionale Verteilung und die Entwicklung einzelner Branchen häufig aussagekräftiger als der Gesamtumsatz allein.

Die wichtigsten Unternehmensdaten für das zweite Quartal 2026

Kennzahl Q2 2026 Veränderung gegenüber Q2 2025
Umsatz des Unternehmenssektors 67,5 Mrd. GEL +11,9 %
Produktionswert beziehungsweise Output 25,7 Mrd. GEL +10,7 %
tätige Personen im Unternehmenssektor 828.400 +4,1 %
davon Arbeitnehmer 768.600 +3,1 %
durchschnittliche monatliche Vergütung 2.471,5 GEL +153,8 GEL
gesamte Personalkosten 5,83 Mrd. GEL +10,3 %

Bei den Quartalswerten handelt es sich um vorläufige Unternehmensdaten.

Die Statistik unterscheidet zwischen der Gesamtzahl der tätigen Personen und den abhängig beschäftigten Arbeitnehmern. Die durchschnittliche Monatsvergütung bezieht sich auf die Arbeitnehmer und nicht automatisch auf jede der insgesamt rund 828.400 tätigen Personen.

Wirtschaft Georgien Q2 2026 infografik

Wirtschaft Georgien Q2 2026 infografik

Was die 67,5 Milliarden GEL tatsächlich aussagen

Der Umsatz des Unternehmenssektors bezeichnet die Summe der erfassten Geschäftsvorgänge beziehungsweise Erlöse. Er ist weder mit dem georgischen Bruttoinlandsprodukt noch mit der im Unternehmenssektor geschaffenen Wertschöpfung gleichzusetzen.

Geostat veröffentlicht für das zweite Quartal 2026 einen Produktionswert von 25,7 Milliarden GEL. Der Produktionswert wird in der Statistik getrennt vom Umsatz und von der Wertschöpfung ausgewiesen.

Die Formulierung „25,7 Milliarden GEL Wertschöpfung“ wäre deshalb nicht korrekt. Richtig ist:

Georgiens Unternehmenssektor erreichte im zweiten Quartal 2026 einen Produktionswert beziehungsweise Output von 25,7 Milliarden GEL.

Die Unterscheidung ist für Investoren wichtig. Ein Unternehmen kann hohe Umsätze erzielen, während sein tatsächlicher wirtschaftlicher Beitrag, seine Marge und sein Immobilienbedarf deutlich geringer ausfallen. Umgekehrt können Branchen mit vergleichsweise moderatem Umsatz eine hohe Beschäftigung, hohe Wertschöpfung und einen erheblichen Flächenbedarf erzeugen.

Unternehmensgröße: Großunternehmen dominieren den Umsatz

Die Verteilung nach Unternehmensgröße zeigt, dass Großunternehmen den georgischen Unternehmensumsatz weiterhin dominieren:

Unternehmensgröße Anteil am Umsatz Anteil am Produktionswert Anteil an der Beschäftigung
große Unternehmen 69,8 % 48,6 % 42,6 %
mittlere Unternehmen 11,6 % 23,6 % 19,7 %
kleine Unternehmen 18,6 % 27,8 % 37,7 %

Aus Immobiliensicht ist bemerkenswert, dass kleine und mittlere Unternehmen zusammen mehr als die Hälfte des Produktionswerts und einen erheblichen Teil der Beschäftigung stellen.

Gerade kleinere und mittlere Unternehmen benötigen häufig:

  • kleinere Büroeinheiten,
  • kombinierte Büro- und Lagerflächen,
  • flexibel teilbare Gewerbehallen,
  • Werkstätten,
  • Ladenlokale,
  • Praxisräume,
  • kleinere Logistikflächen,
  • bezahlbare Wohnungen für Beschäftigte.

Für Immobilieninvestoren muss die interessanteste Zielgruppe deshalb nicht zwangsläufig der einzelne Großkonzern sein. Ein diversifizierter Mietermix aus mehreren kleinen und mittleren Unternehmen kann das Leerstands- und Ausfallrisiko reduzieren.

Der hohe Umsatzanteil von Kunst, Unterhaltung und Erholung

Die Kategorie Kunst, Unterhaltung und Erholung stellte im zweiten Quartal 2026 mit 36,5 Prozent den größten Anteil am gesamten Unternehmensumsatz. Dahinter folgte der Groß- und Einzelhandel mit 32,4 Prozent.

Dieser ungewöhnlich hohe Umsatzanteil muss differenziert betrachtet werden. In der Kategorie Kunst, Unterhaltung und Erholung werden auch Glücksspiel- und Wettaktivitäten erfasst.

Bei der Umsatzberechnung dieser Unternehmen können nach der seit 2018 angewendeten statistischen Methodik wiederholt platzierte Spieleinsätze in den Bruttoumsatz eingehen. Dadurch kann derselbe ursprünglich eingezahlte Geldbetrag während eines Spielverlaufs mehrfach als Umsatz erfasst werden.

Der Umsatzanteil dieser Kategorie ist daher kein direkter Maßstab für:

  • Wertschöpfung,
  • Unternehmensgewinne,
  • verfügbare Kaufkraft,
  • Steueraufkommen,
  • Beschäftigung,
  • Immobiliennachfrage.

Für die Beurteilung der tatsächlichen wirtschaftlichen Leistung sind Produktionswert, Beschäftigung und gegebenenfalls Wertschöpfung häufig besser geeignet.

Diese methodische Besonderheit erklärt zugleich, warum der Gesamtumsatz von 67,5 Milliarden GEL nicht isoliert als Beleg für eine entsprechend große reale Wirtschaftsleistung verwendet werden sollte.

Welche Branchen Georgiens Immobiliennachfrage tragen

Für den Immobilienmarkt ist die Branchenverteilung besonders aufschlussreich.

Branche Anteil am Umsatz Anteil am Produktionswert Anteil an der Beschäftigung
Handel 32,4 % 18,0 % 29,5 %
Produktion 8,1 % 20,5 % 11,3 %
Bauwirtschaft 4,8 % 14,4 % 7,6 %
Transport und Lagerung 4,8 % 9,8 % 8,1 %
Information und Kommunikation 3,4 % 8,9 % 6,4 %
Gesundheit und Soziales nicht gesondert ausgewiesen nicht gesondert ausgewiesen 9,1 %
Beherbergung und Gastronomie nicht gesondert ausgewiesen nicht gesondert ausgewiesen 5,7 %

Die absoluten Größen lassen sich aus den gerundeten Branchenanteilen nur näherungsweise berechnen. Rechnerisch entfallen unter anderem ungefähr:

  • 244.000 tätige Personen auf den Handel,
  • 94.000 auf die Produktion,
  • 75.000 auf Gesundheit und Soziales,
  • 67.000 auf Transport und Lagerung,
  • 63.000 auf die Bauwirtschaft,
  • 53.000 auf Information und Kommunikation,
  • 47.000 auf Beherbergung und Gastronomie.

Diese Verteilung macht deutlich, dass Georgiens Immobiliennachfrage nicht ausschließlich vom Tourismus und von ausländischen Apartmentkäufern abhängt.

Tourismus bleibt insbesondere für Batumi, Gudauri, Bakuriani und Teile Tiflis wichtig. Die gesamtwirtschaftliche Immobiliennachfrage wird jedoch zusätzlich durch lokale Beschäftigung, Handel, industrielle Produktion, Logistik, Gesundheitsdienstleistungen und technologieorientierte Unternehmen getragen.

Eine gesonderte Analyse der touristischen Nachfrage finden Investoren in unserem Beitrag zum Tourismus in Georgien 2026 und seinen Auswirkungen auf Immobilienrenditen.

Bauwirtschaft: Immobilienanbieter und Immobiliennachfrager zugleich

Die Bauwirtschaft stellte im zweiten Quartal 2026:

  • 4,8 Prozent des Unternehmensumsatzes,
  • 14,4 Prozent des Produktionswerts,
  • 7,6 Prozent der Beschäftigung.

Aus den veröffentlichten Anteilen ergeben sich rechnerisch ungefähr:

Kennzahl der Bauwirtschaft Näherungswert
Umsatz rund 3,24 Mrd. GEL
Produktionswert rund 3,70 Mrd. GEL
tätige Personen rund 63.000

Die Bauwirtschaft besitzt für den Immobilienmarkt eine doppelte Bedeutung.

Einerseits schafft sie neue Wohnungen, Häuser, Hotels, Büros, Einkaufsflächen, Lagerhallen und Produktionsimmobilien. Andererseits benötigt die Branche selbst:

  • Baugrundstücke,
  • Lagerflächen,
  • Werkstätten,
  • Verwaltungsbüros,
  • Baustelleneinrichtungen,
  • Maschinenstellplätze,
  • Personalunterkünfte,
  • Flächen für Baustoffhandel und Logistik.

Gleichzeitig steigen die Personalkosten. Im gesamten Unternehmenssektor erhöhten sie sich innerhalb eines Jahres um 10,3 Prozent, während die Zahl der tätigen Personen um 4,1 Prozent zunahm.

Das deutet auf steigende Arbeitskosten je beschäftigter Person hin. Für Projektentwickler kann das zu höheren Baukosten führen. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch ableiten, dass sämtliche Bauleistungen oder Immobilienpreise im gleichen Umfang steigen.

Für eine belastbare Projektkalkulation müssen zusätzlich berücksichtigt werden:

  • Grundstückspreis,
  • Lohnkosten,
  • Materialkosten,
  • Anschlusskosten,
  • Planungskosten,
  • Genehmigungsaufwand,
  • Finanzierungszinsen,
  • Bauzeit,
  • Wechselkursrisiken,
  • Vertriebskosten,
  • Reserven für Nachträge.

Handel schafft die breiteste Beschäftigungsbasis

Der Groß- und Einzelhandel einschließlich der Reparatur von Kraftfahrzeugen ist mit einem Beschäftigungsanteil von 29,5 Prozent der größte Arbeitgeber innerhalb des georgischen Unternehmenssektors.

Gleichzeitig entfallen auf den Handel:

  • 32,4 Prozent des Unternehmensumsatzes,
  • 18 Prozent des Produktionswerts.

Damit ist der Handel nicht nur für klassische Ladenlokale relevant. Zur benötigten Infrastruktur gehören ebenso:

  • Großhandelslager,
  • Verteilzentren,
  • kleinere Logistikflächen,
  • Abholstationen,
  • Serviceflächen,
  • Werkstätten,
  • Verwaltungsbüros,
  • Stellplätze,
  • Wohnungen für Beschäftigte.

Interessant können Standorte sein, an denen neue Wohngebiete entstehen, aber Nahversorgung, Dienstleistungen und kleinere Gewerbeflächen noch nicht im gleichen Umfang mitgewachsen sind.

Ein hoher landesweiter Handelsanteil ist allerdings noch kein Beleg dafür, dass jedes Ladenlokal oder Einkaufszentrum wirtschaftlich funktioniert. Vor einem Kauf müssen unter anderem Einzugsgebiet, Kaufkraft, Sichtbarkeit, Erreichbarkeit, Konkurrenz, Liefermöglichkeiten und die wirtschaftliche Qualität des Mieters geprüft werden.

Produktion schafft Nachfrage nach Hallen und Gewerbegrundstücken

Die Produktion stellte 20,5 Prozent des gesamten Produktionswerts und 11,3 Prozent der Beschäftigung. Damit gehört sie zu den bedeutendsten realwirtschaftlichen Branchen des georgischen Unternehmenssektors.

Produzierende Unternehmen benötigen häufig:

  • Produktionshallen,
  • Montageflächen,
  • Lagerflächen,
  • Gewerbegrundstücke,
  • Energie- und Medienanschlüsse,
  • Sozialräume,
  • Verwaltungsbüros,
  • Rangier- und Außenflächen,
  • Erweiterungsmöglichkeiten.

Für Investoren können sogenannte Light-Industrial-Immobilien interessant sein. Dabei handelt es sich beispielsweise um kleinere Hallen, die Produktion, Lagerung, Werkstatt und Büro in einem Objekt verbinden.

Besonders vorteilhaft sind flexibel nutzbare Gebäude. Eine Halle, die ausschließlich für einen einzigen Spezialbetrieb geplant wurde, kann nach dem Auszug des Mieters nur schwer neu vermietbar sein.

Vor dem Erwerb sollten deshalb mindestens folgende Punkte geprüft werden:

  • zulässige Nutzung,
  • Erschließung,
  • Zufahrtsbreite,
  • Stromanschlussleistung,
  • Bodenbelastbarkeit,
  • Hallenhöhe,
  • Brandschutz,
  • Belüftung,
  • Entwässerung,
  • Park- und Rangierflächen,
  • Teilbarkeit,
  • Erweiterungsreserven.

Transport und Lagerung stärken den Logistikimmobilienmarkt

Transport und Lagerung erreichten im zweiten Quartal 2026:

  • 4,8 Prozent des Unternehmensumsatzes,
  • 9,8 Prozent des Produktionswerts,
  • 8,1 Prozent der Beschäftigung.

Die Branche benötigt unter anderem:

  • Logistikzentren,
  • Lagerhallen,
  • Kühlhäuser,
  • Umschlagflächen,
  • Fahrzeugdepots,
  • Werkstätten,
  • Verwaltungsflächen,
  • Stellplätze für Lkw und Lieferfahrzeuge.

Die Nachfrage kann von Georgiens geografischer Lage zwischen Europa, der Türkei, dem Kaukasus und Zentralasien profitieren. Daraus entsteht jedoch nicht automatisch an jedem Standort ein tragfähiger Logistikmarkt.

Für ein konkretes Investment sind vor allem die Mikrolage und die technische Nutzbarkeit entscheidend. Eine günstig angebotene Halle kann wirtschaftlich unattraktiv sein, wenn die Zufahrt für Lastwagen ungeeignet ist, die Stromversorgung nicht ausreicht oder die zulässige Nutzung unklar bleibt.

Attraktive Logistikstandorte zeichnen sich typischerweise aus durch:

  • gute Anbindung an überregionale Straßen,
  • Nähe zu Tiflis, Hafen-, Flughafen- oder Grenzinfrastruktur,
  • ausreichende Grundstücksfläche,
  • realistische Erweiterungsmöglichkeiten,
  • gesicherte Zufahrt,
  • verlässliche Energieversorgung,
  • möglichst geringe Nutzungskonflikte mit Wohngebieten.

IT und Kommunikation stärken Büros und hochwertige Mietwohnungen

Der Informations- und Kommunikationssektor erreichte:

  • 3,4 Prozent des Umsatzes,
  • 8,9 Prozent des Produktionswerts,
  • 6,4 Prozent der Beschäftigung.

Das Verhältnis zeigt, warum der Umsatzanteil allein nicht zur Beurteilung einer Branche ausreicht. Technologie- und wissensorientierte Unternehmen können mit vergleichsweise geringem Warenumsatz qualifizierte Beschäftigung und eine hohe wirtschaftliche Leistung erzeugen.

Für den Immobilienmarkt können daraus mehrere Formen der Nachfrage entstehen.

Moderne Büroflächen

IT- und Kommunikationsunternehmen benötigen häufig:

  • zuverlässige Internetverbindungen,
  • leistungsfähige Stromversorgung,
  • Klimatisierung,
  • Besprechungsräume,
  • Zugangskontrollen,
  • flexible Arbeitsbereiche,
  • repräsentative Eingangsbereiche,
  • zentrale oder gut erreichbare Standorte.

Flexible Bürokonzepte

Wachsende Unternehmen bevorzugen teilweise Büros, die sich ohne großen Umbau erweitern, verkleinern oder unterteilen lassen. Kleine, flexibel kombinierbare Einheiten können daher widerstandsfähiger sein als sehr große und ausschließlich auf einen Nutzer zugeschnittene Flächen.

Mietwohnungen für Fachkräfte

Qualifizierte Beschäftigte erzeugen Nachfrage nach gut ausgestatteten Wohnungen in erreichbarer Entfernung zu wichtigen Arbeitsplatzstandorten.

Besonders relevant können sein:

  • moderne Ein- und Zweizimmerwohnungen,
  • Wohnungen mit Arbeitsplatz,
  • möblierte Monatsvermietung,
  • Serviced Apartments,
  • größere Wohnungen für Fachkräfte mit Familie,
  • Objekte mit guter Verkehrsanbindung.

Für Käufer, die diesen Markt gezielt erschließen möchten, bietet unser Ratgeber zum Thema Wohnung in Georgien kaufen eine weiterführende Einordnung.

Allerdings führt steigende Beschäftigung in der IT nicht zwangsläufig zu einer proportional wachsenden Nachfrage nach klassischen Großraumbüros. Homeoffice und hybride Arbeitsmodelle können den Flächenbedarf je Beschäftigten reduzieren.

Wirtschaft Georgien Q2 2026

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Gesundheit und Soziales als unterschätzter Immobiliensektor

Gesundheits- und Sozialunternehmen stellten 9,1 Prozent der Beschäftigung im Unternehmenssektor. Das entspricht rechnerisch ungefähr 75.000 tätigen Personen.

Der Bereich benötigt:

  • Arztpraxen,
  • medizinische Versorgungszentren,
  • Labore,
  • Diagnoseeinrichtungen,
  • Therapieflächen,
  • Kliniken,
  • Apotheken,
  • Verwaltungsräume,
  • barrierearme Immobilien,
  • Wohnungen für medizinisches Personal.

Medizinische Immobilien können langfristige Mietverhältnisse ermöglichen. Sie stellen jedoch höhere Anforderungen an Genehmigungen, technische Ausstattung, Hygiene, Zugänglichkeit und Raumplanung.

Bei Bestandsimmobilien muss vor dem Erwerb geprüft werden, ob die vorgesehene medizinische Nutzung baurechtlich und technisch realisierbar ist. Teure Umbauten können eine zunächst attraktive Rendite erheblich reduzieren.

Beherbergung und Gastronomie bleiben wichtig – aber saisonabhängig

Beherbergung und Gastronomie stellten 5,7 Prozent der Beschäftigung. Rechnerisch entspricht das ungefähr 47.000 tätigen Personen.

Zur benötigten Immobilieninfrastruktur gehören nicht nur Hotels und Restaurants, sondern auch:

  • Küchenflächen,
  • Lager,
  • Kühlräume,
  • Wäschereien,
  • Verwaltungsbüros,
  • Personalunterkünfte,
  • Serviced Apartments,
  • Schulungs- und Veranstaltungsflächen.

In Batumi und anderen touristisch geprägten Regionen muss die Saisonalität besonders berücksichtigt werden. Ein hoher Beschäftigungsanteil bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Nachfrage während des gesamten Jahres gleichmäßig bleibt.

Wer Immobilien in Batumi kaufen möchte, sollte daher nicht allein mit den Erlösen der Sommermonate kalkulieren. Entscheidend sind auch Winterauslastung, Betriebskosten, Managementgebühren, Konkurrenzangebot und alternative Nutzungsmöglichkeiten.

Was das Beschäftigungswachstum für Wohnimmobilien bedeutet

Mehr Beschäftigung ist grundsätzlich ein positives Signal für den Wohnimmobilienmarkt. Die mögliche wirtschaftliche Wirkung lässt sich vereinfacht so darstellen:

Beschäftigung → regelmäßiges Einkommen → höhere Mietzahlungsfähigkeit

dokumentiertes Einkommen → bessere Kreditwürdigkeit → größere Hypothekenfähigkeit

wirtschaftliche Sicherheit → Haushaltsgründung → Nachfrage nach Wohneigentum

Diese Zusammenhänge gelten jedoch nicht automatisch für jeden Standort und jede Einkommensgruppe.

Entscheidend ist unter anderem:

  • in welchen Regionen die Arbeitsplätze entstehen,
  • wie hoch die verfügbaren Haushaltseinkommen sind,
  • wie sicher die Beschäftigungsverhältnisse sind,
  • wie sich Mieten und Lebenshaltungskosten entwickeln,
  • wie viel Eigenkapital vorhanden ist,
  • welche Finanzierungskonditionen Banken anbieten,
  • welche Wohnungsgrößen tatsächlich bezahlbar sind.

Die durchschnittliche monatliche Vergütung erhöhte sich um 153,8 GEL. Das entspricht nominal ungefähr 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Ein nominal steigendes Durchschnittseinkommen bedeutet jedoch nicht automatisch einen gleich hohen realen Kaufkraftgewinn. Preissteigerungen bei Lebensmitteln, Transport, Energie, Mieten und anderen Lebenshaltungskosten können einen Teil des Einkommenszuwachses aufzehren.

Außerdem handelt es sich um einen Durchschnittswert und nicht um einen Medianlohn. Überdurchschnittlich hohe Einkommen einzelner Branchen und Beschäftigtengruppen können den Mittelwert anheben.

Für die Kalkulation bezahlbarer Mietwohnungen sollte deshalb nicht pauschal angenommen werden, jeder Arbeitnehmer verfüge monatlich über 2.471,5 GEL.

Tiflis bleibt das wirtschaftliche Zentrum Georgiens

Die regionale Verteilung zeigt eine starke Konzentration der Unternehmensbeschäftigung auf die Hauptstadt.

Region Anteil an den tätigen Personen
Tiflis 65,0 %
Adscharien 9,7 %
Imeretien 6,5 %
Niederkartlien 5,3 %
Mingrelien und Oberswanetien 3,5 %
Kachetien 3,0 %
Innerkartlien 2,2 %
Mzcheta-Mtianeti 1,8 %
Samzche-Dschawachetien 1,6 %
Gurien 0,9 %
Ratscha-Letschchumi und Niederswanetien 0,3 %

Tiflis erreicht damit rechnerisch ungefähr 538.000 der 828.400 im Unternehmenssektor tätigen Personen.

Die Hauptstadt besitzt dadurch die breiteste Beschäftigungsbasis für:

  • klassische Mietwohnungen,
  • möblierte Wohnungen,
  • Wohnungen für Fachkräfte,
  • Büroimmobilien,
  • medizinische Immobilien,
  • Einzelhandelsflächen,
  • Logistikimmobilien,
  • Mitarbeiterunterkünfte.

Für Investoren stärkt diese Konzentration grundsätzlich die strukturelle Stellung von Immobilien in Tiflis. Innerhalb der Hauptstadt bestehen jedoch erhebliche Unterschiede zwischen Stadtteilen, Mikrolagen, Gebäuden und Zielgruppen.

Ein zentral gelegenes Apartment, eine Familienwohnung in einem Wohnviertel und eine Halle am Stadtrand bedienen völlig unterschiedliche Nachfragegruppen. Die hohe Gesamtbeschäftigung ersetzt daher keine objektspezifische Prüfung.

Adscharien ist mehr als ein reiner Tourismusstandort

Adscharien stellte 9,7 Prozent der Unternehmensbeschäftigung und war damit nach Tiflis der zweitgrößte regionale Beschäftigungsschwerpunkt.

Das ist insbesondere für Batumi bedeutsam. Die Stadt sollte nicht ausschließlich als touristischer Apartmentmarkt betrachtet werden. Neben Beherbergung und Gastronomie bestehen dort auch Arbeitsplätze in Handel, Dienstleistungen, Bau, Logistik, Bildung, Gesundheit und Verwaltung.

Trotzdem bleibt die wirtschaftliche Basis kleiner und in Teilen saisonabhängiger als in Tiflis.

Für Wohnimmobilien in Batumi kann deshalb eine Strategie sinnvoll sein, die mehrere Nutzungsarten ermöglicht:

  • touristische Kurzzeitvermietung,
  • mittelfristige möblierte Vermietung,
  • langfristige Vermietung,
  • Vermietung an Studierende,
  • Vermietung an Fachkräfte,
  • Eigennutzung.

Je mehr realistische Zielgruppen ein Objekt anspricht, desto geringer kann seine Abhängigkeit von einer einzelnen Saison ausfallen.

Imeretien und Kutaisi als regionaler Wirtschaftsstandort

Imeretien erreichte einen Beschäftigungsanteil von 6,5 Prozent. Das entspricht rechnerisch ungefähr 54.000 tätigen Personen.

Kutaisi kann für Investoren interessant sein, die niedrigere Einstiegspreise und eine stärker lokal geprägte Nachfrage suchen. Der Markt ist jedoch kleiner und weniger liquide als Tiflis oder Batumi.

Bei Immobilien in Kutaisi sollte besonders geprüft werden:

  • welche Arbeitgeber sich im Einzugsgebiet befinden,
  • welche Wohnungen tatsächlich nachgefragt werden,
  • welche Mieten langfristig erzielbar sind,
  • wie hoch das Leerstandsrisiko ist,
  • wie schnell sich ein Objekt später wieder verkaufen lässt,
  • ob eine professionelle Verwaltung verfügbar ist.

In kleineren Märkten kann bereits der Auszug eines großen Arbeitgebers oder Mieters erhebliche Auswirkungen haben. Dafür können niedrigere Kaufpreise und geringere Konkurrenz selektive Chancen eröffnen.

Welche Immobilien vom Unternehmenswachstum profitieren können

Büroimmobilien

Die breiteste Nachfrage dürfte weiterhin in Tiflis bestehen. Besonders interessant können kleine und mittlere, flexibel teilbare Büroeinheiten sein.

Bei großen Büroflächen sollte möglichst bereits vor dem Kauf ein konkreter Nutzer, eine Vorvermietung oder zumindest eine belastbare Vermietungsstrategie vorhanden sein.

Logistik- und Lagerimmobilien

Handel, Produktion sowie Transport und Lagerung schaffen eine breite potenzielle Nutzerbasis.

Geeignete Objekte benötigen insbesondere:

  • gute Zufahrt,
  • ausreichende Anschlussleistung,
  • nutzbare Hallenhöhe,
  • Rangierflächen,
  • Ladebereiche,
  • Brandschutz,
  • Erweiterungsmöglichkeiten,
  • klare Genehmigungslage.

Produktions- und Light-Industrial-Immobilien

Kleinere Produktionsbetriebe suchen häufig eine Kombination aus Halle, Lager, Büro und Außenfläche.

Flexibel nutzbare Objekte können leichter neu vermietet werden als stark spezialisierte Immobilien.

Einzelhandelsflächen

Der hohe Umsatz- und Beschäftigungsanteil des Handels unterstützt die grundsätzliche Nachfrage. Entscheidend bleiben jedoch Mikrolage, Frequenz, Kaufkraft und Betreiberqualität.

Ein langfristig an einen wirtschaftlich stabilen Nahversorger vermietetes Objekt ist anders zu bewerten als eine spekulativ erworbene Ladenfläche ohne nachweisbare Kundenfrequenz.

Wohnungen für Beschäftigte

In der Nähe größerer Arbeitgeber, Universitäten, Kliniken, Gewerbegebiete oder Logistikstandorte können funktionale und bezahlbare Wohnungen interessant sein.

Besonders nachgefragt werden können:

  • kleinere Wohnungen für Einzelpersonen,
  • gut geschnittene Wohnungen für Paare,
  • familiengeeignete Drei- und Vierzimmerwohnungen,
  • möblierte Wohnungen für Projektmitarbeiter,
  • Mitarbeiterunterkünfte für größere Betriebe.

Serviced Apartments

Möblierte Apartments können von Geschäftsreisenden, Projektmitarbeitern, internationalen Fachkräften und Personen mit befristetem Aufenthalt genutzt werden.

Der Betrieb ist allerdings aufwendiger als bei einer klassischen Langzeitvermietung. In die Kalkulation gehören unter anderem:

  • Möblierung,
  • Reinigung,
  • Verwaltung,
  • Energie,
  • Internet,
  • Leerstand,
  • Reparaturen,
  • regelmäßiger Ausstattungsersatz.

Sechs Strategien für Immobilieninvestoren

1. Arbeitsplätze statt nur Einwohnerzahlen analysieren

Investoren sollten prüfen, welche Unternehmen in einem Einzugsgebiet tatsächlich Arbeitsplätze schaffen.

Ein Standort mit mehreren unabhängigen Arbeitgebern ist grundsätzlich widerstandsfähiger als ein Gebiet, das nahezu vollständig von einem einzelnen Hotel, Bauprojekt oder Industriebetrieb abhängt.

2. Wohnimmobilien an reale Einkommen anpassen

Eine Investition sollte nicht allein auf internationalen Käuferpreisen oder theoretischen Renditen beruhen.

Entscheidend ist, welche Miete die tatsächliche Zielgruppe langfristig tragen kann. Dies gilt besonders für Wohnungen, die an lokale Arbeitnehmer vermietet werden sollen.

3. Gewerbeobjekte nutzerorientiert erwerben

Vor dem Kauf eines Büros, einer Halle oder einer größeren Handelsfläche sollte geklärt werden, welche Unternehmen als Mieter infrage kommen.

Ideal sind:

  • bestehende Mietverträge,
  • Vorvermietungen,
  • konkrete Nutzeranfragen,
  • ein nachweisbarer lokaler Flächenmangel.

4. Flexible Grundrisse bevorzugen

Teilbare Büro- und Gewerbeeinheiten reduzieren die Abhängigkeit von einem einzelnen Großmieter.

Auch bei Wohnungen kann eine flexible Raumaufteilung die Zahl möglicher Zielgruppen erhöhen.

5. Technische und rechtliche Prüfung vor der Anzahlung

Bei Gewerbeimmobilien können Nutzungsstatus, Genehmigungen, Zufahrtsrechte, technische Anschlüsse und baulicher Zustand entscheidend sein.

Eine rechtliche Prüfung beim Immobilienkauf in Georgien sollte vor einer Reservierungszahlung oder verbindlichen Vertragsunterzeichnung erfolgen.

6. Rendite aus dem konkreten Objekt ableiten

Ein Umsatzwachstum des Unternehmenssektors von 11,9 Prozent bedeutet nicht, dass Gewerbemieten, Wohnungsmieten oder Immobilienpreise ebenfalls um 11,9 Prozent steigen.

Maßgeblich bleiben:

  • tatsächlich erzielbare Nettomiete,
  • Leerstand,
  • Betriebskosten,
  • Instandhaltung,
  • Steuern,
  • Finanzierung,
  • Management,
  • Währungsrisiko,
  • Wiederverkaufsmöglichkeiten.

Chancen und Risiken im Überblick

Entwicklung Mögliche Chance Mögliches Risiko
Beschäftigung +4,1 % breitere Nachfrage nach Wohnraum Arbeitsplätze sind regional konzentriert
Vergütung nominal rund +6,6 % bessere Mietzahlungsfähigkeit Lebenshaltungskosten können Kaufkraftzuwachs begrenzen
Produktionswert +10,7 % zusätzlicher Flächenbedarf aktiver Unternehmen Wirtschaftswachstum führt nicht automatisch zu höheren Immobilienrenditen
Bauwirtschaft mit 14,4 % des Outputs hohe Projekt- und Flächennachfrage steigende Lohn-, Material- und Finanzierungskosten
Handel mit 29,5 % der Beschäftigung Nachfrage nach Retail, Lager und Wohnungen Konkurrenz und verändertes Konsumverhalten
Produktion mit 20,5 % des Outputs Potenzial für Hallen und Gewerbegrundstücke technische Anforderungen und begrenzte Nachvermietbarkeit
Tiflis mit 65 % der Beschäftigung größter und breitester Immobilienmarkt höhere Kaufpreise und stärkere Konkurrenz
regionale Zentren günstigere Einstiegsmöglichkeiten geringere Marktliquidität
67,5 Mrd. GEL Umsatz starkes Aktivitätssignal Umsatz ist nicht mit Wertschöpfung gleichzusetzen

Bedeutung für Georgiens Immobilienmarkt

Die Unternehmensstatistik unterstützt die Einschätzung, dass Georgiens Immobiliennachfrage auf einer breiteren wirtschaftlichen Grundlage steht.

Neben ausländischen Käufern und Touristen tragen auch folgende Gruppen zur Nachfrage bei:

  • georgische Arbeitnehmer,
  • lokale Haushalte,
  • kleine und mittlere Unternehmen,
  • Handelsunternehmen,
  • Produzenten,
  • Logistikbetriebe,
  • IT-Unternehmen,
  • medizinische Einrichtungen,
  • Bildungs- und Dienstleistungsunternehmen.

Besonders positiv ist das Beschäftigungswachstum. Immobilien werden nicht von abstrakten Umsatzsummen nachgefragt, sondern von Unternehmen, Beschäftigten und Haushalten.

In diesem Sinne können die 828.400 tätigen Personen für die Beurteilung der Wohn- und Gewerbeimmobiliennachfrage aussagekräftiger sein als die spektakuläre Umsatzsumme von 67,5 Milliarden GEL.

Die Statistik belegt jedoch keinen pauschalen Immobilienboom. Sie zeigt nicht, dass jede Wohnung, jedes Büro oder jede Lagerhalle automatisch vermietet werden kann.

Für jede Investition müssen zusätzlich geprüft werden:

  • konkrete Mikrolage,
  • lokale Arbeitgeber,
  • Bevölkerungs- und Beschäftigungsentwicklung,
  • Kaufkraft,
  • bestehendes Immobilienangebot,
  • Neubaupipeline,
  • erzielbare Miete,
  • Betriebskosten,
  • technischer Zustand,
  • rechtliche Nutzbarkeit,
  • Wiederverkaufsliquidität.

Arbeitsplätze sind für Immobilien wichtiger als die Umsatzsumme

Georgiens Unternehmenssektor verzeichnete im zweiten Quartal 2026 ein deutliches nominales Wachstum. Umsatz, Produktionswert, Beschäftigung, Vergütung und Personalkosten nahmen gegenüber dem Vorjahresquartal zu.

Für Immobilieninvestoren sind vor allem vier Ergebnisse entscheidend:

1. Rund 828.400 tätige Personen schaffen eine breite wohnwirtschaftliche Nachfragebasis.

2. Die Beschäftigung stieg innerhalb eines Jahres um 4,1 Prozent.

3. Handel, Produktion, Bau, Logistik, IT, Gesundheit und Hospitality benötigen unterschiedliche Wohn- und Gewerbeimmobilien.

4. Rund 65 Prozent der Unternehmensbeschäftigung konzentrieren sich weiterhin auf Tiflis.

Der Unternehmensumsatz von 67,5 Milliarden GEL muss dagegen vorsichtig interpretiert werden. Umsatz ist nicht mit BIP, Gewinn oder Wertschöpfung gleichzusetzen. Zusätzlich wird die Umsatzstruktur erheblich durch die statistische Erfassung von Kunst, Unterhaltung, Glücksspiel und Wettaktivitäten beeinflusst.

Für Investoren entstehen Chancen bei:

  • Mietwohnungen,
  • Mitarbeiterwohnungen,
  • Büroimmobilien,
  • Lagerhallen,
  • Produktionsflächen,
  • medizinischen Immobilien,
  • Nahversorgungsobjekten,
  • flexibel nutzbaren Gewerbeeinheiten.

Erfolgreich sind insbesondere Strategien, die konkrete Arbeitgeber, dokumentierte Nachfrage, realistische Mieten und nachhaltig zahlungsfähige Nutzer in den Mittelpunkt stellen.

Eine grundlegende Übersicht über Kaufprozess, Standorte und Prüfung bietet unser Ratgeber Immobilien in Georgien kaufen. Für eine objektspezifische Einschätzung steht außerdem die persönliche Immobilien- und Investorenberatung für Georgien zur Verfügung.

Häufig gestellte Fragen

Wie stark ist Georgiens Unternehmenssektor im zweiten Quartal 2026 gewachsen?

Der nominale Unternehmensumsatz stieg gegenüber dem zweiten Quartal 2025 um 11,9 Prozent auf 67,5 Milliarden GEL. Der Produktionswert erhöhte sich um 10,7 Prozent auf 25,7 Milliarden GEL.

Sind die 25,7 Milliarden GEL die Wertschöpfung?

Nein. Bei den 25,7 Milliarden GEL handelt es sich um den Produktionswert beziehungsweise Output des Unternehmenssektors. Geostat führt die Wertschöpfung als eigene statistische Kennzahl.

Wie viele Menschen arbeiten im georgischen Unternehmenssektor?

Im zweiten Quartal 2026 waren durchschnittlich rund 828.400 Personen im Unternehmenssektor tätig. Davon wurden rund 768.600 als Arbeitnehmer ausgewiesen.

Wie hoch ist die durchschnittliche Monatsvergütung?

Die durchschnittliche monatliche Vergütung der Arbeitnehmer erreichte 2.471,5 GEL. Das waren 153,8 GEL beziehungsweise ungefähr 6,6 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

Handelt es sich dabei um einen Nettolohn?

Die Statistik weist eine durchschnittliche Vergütung der Arbeitnehmer aus. Sie sollte nicht mit dem individuell verfügbaren Nettoeinkommen gleichgesetzt werden. Abgaben, persönliche Einkommenssituation und weitere Faktoren können das verfügbare Einkommen beeinflussen.

Ist der Durchschnittslohn mit dem Medianlohn identisch?

Nein. Beim Durchschnitt werden sämtliche erfassten Vergütungen zusammengerechnet und durch die Zahl der Arbeitnehmer geteilt. Überdurchschnittlich hohe Gehälter können den Wert nach oben beeinflussen. Der Median würde dagegen die Mitte der Einkommensverteilung darstellen.

Wie groß ist die georgische Bauwirtschaft?

Die Bauwirtschaft stellte 4,8 Prozent des Unternehmensumsatzes, 14,4 Prozent des Produktionswerts und 7,6 Prozent der Beschäftigung.

Rechnerisch entspricht das ungefähr 3,24 Milliarden GEL Umsatz, 3,70 Milliarden GEL Produktionswert und rund 63.000 tätigen Personen.

Welche Branche beschäftigt die meisten Menschen?

Der Groß- und Einzelhandel einschließlich der Reparatur von Kraftfahrzeugen stellte mit 29,5 Prozent den größten Beschäftigungsanteil.

Welche Branchen benötigen besonders viele Immobilien?

Besonders immobilienrelevant sind:

  • Handel,
  • Produktion,
  • Bauwirtschaft,
  • Transport und Lagerung,
  • Information und Kommunikation,
  • Gesundheit und Soziales,
  • Beherbergung und Gastronomie.

Diese Branchen benötigen unter anderem Büros, Verkaufsflächen, Lager, Produktionshallen, Praxisräume, Hotels, Gastronomieflächen und Wohnungen für Beschäftigte.

Unterstützt Beschäftigungswachstum die Wohnungsnachfrage?

Grundsätzlich kann wachsende Beschäftigung die Mietzahlungsfähigkeit, Kreditwürdigkeit und Eigennutzernachfrage verbessern.

Die tatsächliche Wirkung hängt jedoch von Einkommen, Lebenshaltungskosten, Finanzierungskonditionen, Eigenkapital, Arbeitsplatzsicherheit und dem Standort der neuen Arbeitsplätze ab.

Warum ist der Unternehmensumsatz so hoch?

Ein wesentlicher Faktor ist der hohe Umsatzanteil der Kategorie Kunst, Unterhaltung und Erholung. Dazu gehören auch Glücksspiel- und Wettaktivitäten.

Durch die statistische Erfassung wiederholt platzierter Einsätze können sehr hohe Bruttoumsätze entstehen. Diese dürfen nicht mit Gewinn oder Wertschöpfung verwechselt werden.

Wo befinden sich die meisten Unternehmensarbeitsplätze?

Rund 65 Prozent der im Unternehmenssektor tätigen Personen sind Tiflis zugeordnet. Adscharien folgt mit 9,7 Prozent, Imeretien mit 6,5 Prozent und Niederkartlien mit 5,3 Prozent.

Ist Tiflis deshalb automatisch der beste Immobilienstandort?

Nein. Die breite Beschäftigungsbasis ist ein struktureller Vorteil. Dennoch müssen Kaufpreis, Mikrolage, Gebäudequalität, Zielgruppe, Miete, Leerstand und Wiederverkaufsmöglichkeiten für jedes Objekt einzeln geprüft werden.

Welche Immobilienstrategie lässt sich aus den Daten ableiten?

Besonders interessant können Objekte sein, die von einer breiten lokalen Wirtschaft getragen werden und mehrere Nutzergruppen ansprechen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • bezahlbare Mietwohnungen,
  • Wohnungen für Fachkräfte,
  • flexibel teilbare Büros,
  • Lager- und Logistikflächen,
  • kombinierte Hallen mit Büro,
  • medizinisch nutzbare Immobilien,
  • Nahversorgungsobjekte.

Quellen und weiterführende Links

Die nachfolgenden Quellen wurden für die Unternehmenskennzahlen, Branchenanteile, Beschäftigungsdaten, regionale Verteilung und methodische Einordnung verwendet.

  1. National Statistics Office of Georgia – Business Statistics
    Offizielle Geostat-Übersicht zu Umsatz, Produktionswert, Beschäftigung und durchschnittlicher Monatsvergütung des Unternehmenssektors.
    Offizielle Unternehmensstatistik von Geostat öffnen
    Die Übersicht weist für Q2 2026 unter anderem 67,5 Milliarden GEL Umsatz, 25,7 Milliarden GEL Produktionswert, 828.400 tätige Personen und 2.471,5 GEL durchschnittliche Monatsvergütung aus. (Geostat)
  2. National Statistics Office of Georgia – Statistical Survey of Enterprises
    Offizielle Geostat-Datenbank mit herunterladbaren Zeitreihen zu Umsatz, Produktionswert, Beschäftigten, Arbeitnehmern, Vergütung und weiteren Unternehmensindikatoren.
    Statistische Unternehmensdaten und Downloads öffnen
    Geostat kennzeichnet die aktuellen Quartalsdaten dort ausdrücklich als vorläufig. (Geostat)
  3. Georgian Public Broadcaster – Unternehmenssektor Q2 2026
    Detaillierte Wiedergabe der Geostat-Ergebnisse einschließlich Unternehmensgrößen, Branchenanteilen, Personalkosten und Beschäftigung.
    Branchen- und Unternehmensdaten bei 1TV öffnen
    Die Veröffentlichung dokumentiert unter anderem die Umsatz-, Output- und Beschäftigungsanteile von Handel, Produktion, Bau, Transport, IT, Gesundheit und Hospitality. (1TV)
  4. Business Media Georgia – Beschäftigung nach Branchen
    Auswertung der Geostat-Daten zur Zahl der tätigen Personen, der Arbeitnehmer, den Personalkosten und den durchschnittlichen Monatsvergütungen.
    Beschäftigungsdaten bei Business Media Georgia öffnen
    Die Auswertung nennt 828.354 tätige Personen, 768.600 Arbeitnehmer und einen Anstieg der Personalkosten um 10,3 Prozent. (BM.ge)
  5. Business Media Georgia – Regionale Verteilung der Beschäftigung
    Aufschlüsselung der Unternehmensbeschäftigung nach Tiflis und den georgischen Regionen.
    Regionale Beschäftigungsverteilung öffnen
    Danach entfallen 65 Prozent auf Tiflis, 9,7 Prozent auf Adscharien, 6,5 Prozent auf Imeretien und 5,3 Prozent auf Niederkartlien. (BM.ge)
  6. Georgian Gambling Association – Methodik der Glücksspielumsätze
    Erläuterung der seit 2018 angewendeten Berechnung von Umsätzen der Glücksspiel- und Wettunternehmen sowie der Abgrenzung zum Produktionswert.
    Methodische Erläuterung zu Glücksspielumsätzen öffnen
    Die Darstellung erklärt, dass wiederholt platzierte Einsätze in den Umsatz einfließen können und der Umsatz daher keine vollständige Beschreibung der wirtschaftlichen Leistung des Sektors erlaubt. (gga.org.ge)