Warum viele Auswanderer in Georgien ein Auto kaufen statt öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen
Warum viele Auswanderer in Georgien ein Auto kaufen statt öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen
Wer nach Georgien auswandert, stellt schnell fest: Obwohl es Busse, Marshrutkas (Sammeltaxis) und Züge gibt, entscheiden sich erstaunlich viele Ausländer relativ schnell dafür, ein eigenes Auto zu kaufen.
Das hat weniger mit Luxus zu tun – sondern vor allem mit Praktikabilität, Kosten und Lebensqualität.
Hier sind die wichtigsten Gründe.
1. Öffentliche Verkehrsmittel funktionieren – aber nicht überall
In großen Städten wie Tiflis (Tbilisi) oder Batumi gibt es durchaus ein funktionierendes öffentliches Verkehrssystem:
- Metro in Tiflis
- Stadtbusse
- Marshrutkas (Minibusse)
- günstige Taxis über Apps
Innerhalb der Städte kommt man damit meist problemlos von A nach B.
Das Problem beginnt jedoch, sobald man:
- außerhalb der Städte lebt
- Immobilien auf dem Land besitzt
- Ausflüge machen möchte
- mehrere Orte an einem Tag besuchen will
Viele Regionen sind nur schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
Beispiele:
- Bergregionen im Kaukasus
- ländliche Gegenden in Kachetien
- abgelegene Dörfer in Swetien
Hier fahren Busse teilweise nur ein- oder zweimal pro Tag.
2. Ein Auto ist in Georgien überraschend günstig
Ein weiterer wichtiger Faktor: Autos sind in Georgien deutlich günstiger als in Deutschland.
Typische Preise:
| Fahrzeugtyp | Preis in Georgien |
|---|---|
| gebrauchter Kleinwagen | 3.000 – 6.000 € |
| guter Mittelklassewagen | 6.000 – 10.000 € |
| SUV / Geländewagen | 8.000 – 15.000 € |
Viele Fahrzeuge stammen aus:
- Japan
- USA
- Südkorea
Importautos sind dort sehr verbreitet.
Auch laufende Kosten sind niedrig:
| Kosten | Georgien |
|---|---|
| Benzin | ca. 1,00–1,30 € / Liter |
| Versicherung | oft nur 100–200 € / Jahr |
| Werkstattkosten | deutlich günstiger als EU |
Für viele Auswanderer ist daher klar:
Ein Auto kostet dort weniger als in Deutschland ein Monat Leasing.
3. Mehr Freiheit beim Reisen
Georgien ist landschaftlich spektakulär – aber viele Orte sind ohne Auto schwer erreichbar.
Beispiele für beliebte Ziele:
- Kazbegi (Stepantsminda)
- Gergeti Trinity Church
- Tuschetien
- Ushguli
Diese Regionen gehören zu den schönsten des Landes – doch:
- Busse fahren selten
- Fahrpläne ändern sich häufig
- Transfers sind kompliziert
Mit eigenem Auto kann man:
- spontan reisen
- abgelegene Orte besuchen
- flexibel planen
4. Immobilienkäufer brauchen fast immer ein Auto
Viele Auswanderer kaufen Immobilien nicht im Stadtzentrum, sondern:
- in ländlichen Regionen
- in Weinregionen
- in Bergdörfern
- an der Schwarzmeerküste außerhalb der Städte
Typische Beispiele:
- Häuser in Kachetien
- Berghäuser in Swetien
- Landhäuser in Adscharien
Dort gibt es oft:
- keinen regelmäßigen Busverkehr
- keine Metro
- teilweise keine Taxis
Ein eigenes Auto wird dann praktisch zur Grundvoraussetzung für den Alltag.
5. Marshrutkas sind nicht jedermanns Sache
Die typischen Minibusse – sogenannte Marshrutkas – sind zwar sehr günstig, aber für viele Auswanderer gewöhnungsbedürftig.
Typische Kritikpunkte:
- oft sehr voll
- wenig Platz für Gepäck
- unklare Fahrpläne
- teilweise rasante Fahrweise
Für kurze Strecken sind sie ideal.
Für regelmäßige Fahrten bevorzugen viele Ausländer jedoch ein eigenes Auto.
6. Autofahren in Georgien ist einfacher als viele denken
Viele Auswanderer haben zunächst Respekt vor dem Verkehr.
In der Praxis zeigt sich jedoch:
- Man gewöhnt sich schnell daran
- Straßen werden stetig verbessert
- Navigations-Apps funktionieren sehr gut
Besonders hilfreich sind:
- Google Maps
- Waze
Diese zeigen sogar:
- Polizeikontrollen
- Verkehr
- Baustellen
7. Taxi-Apps sind günstig – aber nicht überall verfügbar
In Städten funktionieren Taxi-Apps sehr gut:
- Bolt
- Yandex Go
Eine Fahrt in Tiflis kostet oft nur:
- 2–5 € innerhalb der Stadt.
Doch außerhalb größerer Städte:
- gibt es weniger Fahrer
- Wartezeiten steigen
- Fahrten werden deutlich teurer
Deshalb entscheiden sich viele Auswanderer langfristig doch für ein eigenes Fahrzeug.
Viele Auswanderer kaufen in Georgien ein Auto – nicht aus Luxus, sondern aus praktischen Gründen.
Die wichtigsten Faktoren sind:
- günstige Anschaffungskosten
- niedrige laufende Kosten
- eingeschränkter Nahverkehr außerhalb der Städte
- große Distanzen im Land
- mehr Freiheit beim Reisen
Gerade wer in Georgien dauerhaft lebt oder Immobilien besitzt, merkt schnell:
Ein eigenes Auto ist dort oft kein Luxus – sondern schlicht die bequemste Lösung.
Tipp für Auswanderer:
Viele kaufen ihr Auto erst nach einigen Wochen im Land, sobald sie besser einschätzen können, in welcher Region sie sich dauerhaft bewegen.

