Rebsorten Georgien
Wie viele Rebsorten gibt es in Georgien? Rund 525 heimische Traubensorten im Überblick
Die wichtigste Antwort vorweg: Georgien verfügt über rund 525 autochthone Rebsorten. Häufig ist auch von „mehr als 500“ oder „mehr als 525“ heimischen Traubensorten die Rede. Die fachlich sichere Kurzform lautet deshalb: In Georgien sind rund 525 einheimische Rebsorten dokumentiert.
Georgien gehört damit zu den faszinierendsten Weinländern der Welt. Die außergewöhnliche Sortenvielfalt ist das Ergebnis einer jahrtausendealten Weinbaukultur, sehr unterschiedlicher Landschaften und einer regionalen Tradition, in der Dörfer, Klöster und Familien ihre eigenen Reben über viele Generationen hinweg erhalten haben.
Die Zahl 525 führt allerdings regelmäßig zu Missverständnissen. Nicht alle georgischen Rebsorten werden heute großflächig angebaut oder zu kommerziell erhältlichem Wein verarbeitet. Viele existieren nur noch in kleinen Weinbergen, privaten Hausgärten oder wissenschaftlichen Rebsammlungen. Andere werden gegenwärtig wiederentdeckt und nach Jahrzehnten erstmals erneut zu eigenständigen Weinen ausgebaut.
Wie viele Traubensorten gibt es in Georgien genau?
Die am häufigsten genannte Zahl lautet 525 georgische Rebsorten. Dabei handelt es sich nicht um 525 verschiedene Weine, sondern um eigenständige, historisch dokumentierte und überwiegend einheimische Rebsorten.
In vereinfachten Darstellungen wird meist von „mehr als 500 georgischen Rebsorten“ gesprochen. Präzisere Veröffentlichungen nennen entweder genau 525 oder mehr als 525 lokale Sorten.
Für einen sachlich korrekten deutschsprachigen Text empfiehlt sich daher folgende Formulierung:
Georgien besitzt rund 525 autochthone Rebsorten und damit eine außergewöhnlich hohe Vielfalt regionaler Weinreben.
Warum werden manchmal 500, 525 oder mehr als 525 Rebsorten genannt?
Die unterschiedlichen Angaben sind kein grundlegender Widerspruch. Sie entstehen vor allem durch verschiedene Zählweisen, historische Bezeichnungen und wissenschaftliche Neubewertungen.
Rundungen in touristischen und journalistischen Texten
Die Angabe „mehr als 500 Rebsorten“ ist eine vereinfachte und leicht verständliche Kurzform. Sie wird häufig in Reiseführern, Weinportalen und allgemeinen Darstellungen zur georgischen Weinkultur verwendet.
Die Zahl 525 ist dagegen die verbreitete Bezugsgröße für die dokumentierten heimischen georgischen Rebsorten.
Synonyme und regionale Namen
Historisch gewachsene Sortennamen sind nicht immer eindeutig. Dieselbe Rebe kann in verschiedenen Regionen unter unterschiedlichen Namen bekannt sein. Umgekehrt können ähnlich klingende Namen genetisch unterschiedliche Sorten bezeichnen.
Hinzu kommen:
- regionale Bezeichnungen,
- unterschiedliche Schreibweisen,
- historische Synonyme,
- natürliche Mutationen,
- lokale Spielarten,
- genetisch noch nicht abschließend untersuchte Reben,
- wiederentdeckte Sorten aus alten Weinbergen.
Moderne DNA-Untersuchungen und die wissenschaftliche Ampelografie helfen dabei, Sorten eindeutig zu identifizieren und mögliche Mehrfachzählungen zu vermeiden.
Rebsammlungen bilden nicht automatisch den Gesamtbestand ab
In der staatlichen Rebsammlung von Jighaura nördlich von Tiflis werden mehrere Hundert georgische Rebsorten erhalten und wissenschaftlich untersucht.
Die Zahl der dort vorhandenen Reben darf jedoch nicht automatisch mit der Gesamtzahl aller georgischen Rebsorten gleichgesetzt werden. Eine solche Sammlung ist ein lebendes Forschungs- und Erhaltungsprojekt. Ihr Bestand verändert sich, wenn weitere Sorten aufgenommen, genetisch überprüft, neu klassifiziert oder als Synonyme bereits bekannter Sorten erkannt werden.
Wildreben zählen nicht automatisch zu den 525 Sorten
Auf dem Gebiet Georgiens kommen außerdem zahlreiche Formen wilder Weinreben vor. Diese sind für die Erforschung der Domestikation und der genetischen Entwicklung der Weinrebe von großer Bedeutung.
Sie werden jedoch nicht einfach zu den rund 525 kultivierten georgischen Rebsorten hinzugezählt. Wildreben, Klone, Mutationen und anerkannte Kultursorten sind unterschiedliche wissenschaftliche Kategorien.
Rebsorte, Traubensorte, autochthon oder endemisch?
Im alltäglichen Sprachgebrauch wird häufig von „Weintraubensorten“ oder „Traubensorten“ gesprochen. Der fachlich präzisere Begriff lautet jedoch Rebsorte.
Eine Rebsorte umfasst nicht nur die Eigenschaften der Trauben, sondern die gesamte Weinrebe. Dazu gehören unter anderem:
- Form und Größe der Blätter,
- Wuchsverhalten,
- Reifezeit,
- Traubenform,
- Beerengröße,
- Farbe der Beeren,
- Säure- und Zuckergehalt,
- Krankheitsanfälligkeit,
- klimatische Anpassungsfähigkeit,
- genetische Merkmale.
Was bedeutet autochthone Rebsorte?
Eine autochthone Rebsorte ist eine Sorte, die in einer bestimmten Region entstanden ist oder dort seit sehr langer Zeit eigenständig kultiviert und weiterentwickelt wurde.
Bei georgischen Rebsorten bedeutet das:
- Sie sind eng mit bestimmten Landschaften und Weinbauregionen verbunden.
- Sie wurden über viele Generationen lokal selektiert.
- Sie sind häufig an regionale Böden und Klimabedingungen angepasst.
- Sie bilden einen wichtigen Teil des kulturellen und landwirtschaftlichen Erbes Georgiens.
- Sie unterscheiden sich deutlich von international verbreiteten Standardsorten.
Der Begriff autochthon ist häufig genauer als endemisch. Endemisch würde im streng biologischen Sinn bedeuten, dass eine Sorte ausschließlich in einem klar begrenzten Gebiet vorkommt.
Einige ursprünglich georgische Rebsorten wie Rkatsiteli und Saperavi werden inzwischen jedoch auch außerhalb Georgiens angebaut.
Verteilung der georgischen Rebsorten nach Regionen
Georgien besitzt trotz seiner vergleichsweise geringen Landesfläche sehr unterschiedliche Klimazonen. Das Spektrum reicht von den feuchten Gebieten am Schwarzen Meer über Flusstäler und Hügellandschaften bis zu trockeneren kontinentalen Regionen im Osten und kühlen Höhenlagen des Kaukasus.
Die rund 525 Rebsorten werden traditionell den historischen Weinbauregionen des Landes zugeordnet.
| Weinbauregion | Zugeordnete Rebsorten |
|---|---|
| Kachetien – Kakheti | 80 |
| Imeretien – Imereti | 74 |
| Kartlien – Kartli | 72 |
| Mingrelien – Samegrelo | 60 |
| Gurien – Guria | 59 |
| Adscharien – Adjara | 53 |
| Abchasien – Abkhazia | 51 |
| Ratscha-Letschchumi – Racha-Lechkhumi | 50 |
| Samzche-Dschawachetien – Samtskhe-Javakheti | 26 |
| Gesamt | 525 |
Diese Zahlen stellen eine historische und regionale Zuordnung dar. Sie bedeuten nicht, dass jede der genannten Sorten heute in der jeweiligen Region großflächig im Erwerbsweinbau angebaut wird.
Welche Region besitzt die meisten georgischen Rebsorten?
Nach der traditionellen regionalen Zuordnung liegt Kachetien mit rund 80 Rebsorten an erster Stelle. Dahinter folgen Imeretien mit 74 und Kartlien mit 72 Sorten.
Kachetien ist zugleich das bekannteste und wirtschaftlich bedeutendste Weinbaugebiet Georgiens. Die Region östlich von Tiflis ist insbesondere mit folgenden Rebsorten verbunden:
- Rkatsiteli,
- Saperavi,
- Mtsvane Kakhuri,
- Kisi,
- Khikhvi,
- Budeshuri,
- Kakhuri Mtsvivani.
Die reine Sortenzahl zeigt jedoch nicht die gesamte Bedeutung einer Region. Westgeorgische Gebiete wie Imeretien, Gurien, Mingrelien und Ratscha-Letschchumi besitzen zahlreiche seltene Reben, die nur auf kleinen Flächen kultiviert werden, geschmacklich und genetisch aber besonders wertvoll sein können.
Die wichtigsten weißen Rebsorten Georgiens
Obwohl Georgien über Hunderte lokale Rebsorten verfügt, konzentriert sich der heutige kommerzielle Weinbau auf eine deutlich kleinere Gruppe.
Übersicht wichtiger weißer Rebsorten
| Weiße Rebsorte | Herkunft und Bedeutung | Typisches Weinprofil |
|---|---|---|
| Rkatsiteli | Vor allem Kachetien und Kartlien; wichtigste weiße Rebsorte Georgiens | Frische Säure, Apfel, Quitte und Zitrus; im Qvevri kräftiger, würziger und gerbstoffreicher |
| Mtsvane Kakhuri | Heimisch in Kachetien; häufig mit Rkatsiteli kombiniert | Aromatisch, floral, weißer Pfirsich, Zitrus und tropische Anklänge |
| Kisi | Hochwertige Sorte aus Kachetien | Birne, Zitrus und Tee; im Qvevri häufig Aprikose, Orange, Kräuter und Walnuss |
| Khikhvi | Vor allem im östlichen Kachetien verbreitet | Florale Noten, gelbe Früchte und Aprikose |
| Chinuri | Traditionelle Rebsorte Kartliens | Hohe Säure, Kräuter, Birne und gelbe Früchte; auch für Schaumwein geeignet |
| Goruli Mtsvane | Typische weiße Sorte aus Kartlien | Frisch, feinfruchtig, lebendig und mineralisch |
| Tsolikouri | Bedeutende westgeorgische Rebe | Ausgewogene Säure, gelbe Früchte, Kräuter und mineralische Anklänge |
| Tsitska | Vor allem in Imeretien heimisch | Leicht, frisch und säurebetont |
| Krakhuna | Charakteristische Sorte Imeretiens | Körperreich, reif, würzig und von gelben Früchten geprägt |
Rkatsiteli – die bedeutendste weiße Rebsorte Georgiens
Rkatsiteli ist die bekannteste und wirtschaftlich wichtigste weiße Rebsorte Georgiens. Der Name wird häufig sinngemäß mit „roter Trieb“ oder „roter Stiel“ übersetzt.
Die Rebe kann trotz hoher Reife eine ausgeprägte Säure bewahren. Dadurch eignet sie sich für unterschiedliche Weinstile:
- frische, klassisch ausgebaute Weißweine,
- traditionelle Qvevri-Weine,
- maischevergorene Amberweine,
- Cuvées mit Mtsvane Kakhuri,
- Dessertweine,
- verstärkte Weine,
- teilweise auch Tafeltrauben.
Rkatsiteli zeigt besonders deutlich, dass die Rebsorte allein noch nicht den späteren Weinstil bestimmt.
Ein hell und reduktiv im Edelstahltank ausgebauter Rkatsiteli kann leicht, frisch und zitrusbetont wirken. Dieselbe Traube kann nach längerer Maischegärung im Qvevri einen bernsteinfarbenen, gerbstoffreichen und deutlich würzigeren Wein hervorbringen.
Mtsvane ist nicht immer dieselbe Rebsorte
Das georgische Wort Mtsvane bedeutet „grün“. Es bezeichnet nicht automatisch nur eine einzelne Rebsorte.
In Georgien existieren mehrere regional benannte Mtsvane-Sorten mit unterschiedlichen genetischen Eigenschaften. Die bekannteste ist Mtsvane Kakhuri, also die grüne Rebe aus Kachetien.
Daneben gibt es unter anderem Goruli Mtsvane aus Kartlien. Beide Rebsorten sollten nicht miteinander verwechselt werden.
Kisi – eine fast verschwundene Rebsorte kehrt zurück
Kisi gehört zu den bekanntesten Beispielen für die Wiederbelebung alter georgischer Rebsorten.
Die Sorte war zeitweise nur noch auf sehr kleinen Flächen vorhanden. Mit dem zunehmenden Interesse an autochthonen Reben und traditionellen Weinbereitungsmethoden wurde Kisi wieder verstärkt angebaut.
Klassisch ausgebaut können Kisi-Weine frisch, floral und fruchtbetont erscheinen. Bei längerer Maischegärung im Qvevri entwickeln sie häufig:
- Aprikosenaromen,
- Noten von Orangenschale,
- getrocknete Früchte,
- Tee,
- Kräuter,
- Nüsse,
- eine spürbare Gerbstoffstruktur.
Tsolikouri, Tsitska und Krakhuna – die weiße Vielfalt Westgeorgiens
Die westgeorgische Weinwelt unterscheidet sich deutlich von Kachetien.
Das Klima ist vielerorts feuchter. Die traditionelle Qvevri-Weinbereitung erfolgt häufig mit einem geringeren Anteil an Schalen, Kernen und Stielen. Die Weine können dadurch leichter, frischer und weniger gerbstoffbetont wirken.
Tsolikouri
Tsolikouri ist eine der wichtigsten weißen Rebsorten Westgeorgiens. Sie wird besonders in Imeretien und Letschchumi angebaut.
Die Weine zeigen häufig:
- gelbe Früchte,
- Zitrusaromen,
- Kräuter,
- florale Noten,
- mineralische Eindrücke,
- eine ausgewogene Säure.
Tsitska
Tsitska ergibt meist frische, leichte und säurebetonte Weine. Die Sorte eignet sich außerdem für die Herstellung von Schaumwein.
Krakhuna
Krakhuna bringt häufig körperreichere, reifere und strukturiertere Weine hervor. Typisch sind Aromen von gelben Früchten, reifem Steinobst und Gewürzen.
Die wichtigsten roten Rebsorten Georgiens
Bei den roten georgischen Rebsorten dominiert international vor allem Saperavi. Daneben existieren zahlreiche regional bedeutende und teilweise äußerst seltene Sorten.
Übersicht wichtiger roter Rebsorten
| Rote Rebsorte | Herkunft und Bedeutung | Typisches Weinprofil |
|---|---|---|
| Saperavi | Wichtigste rote Rebsorte Georgiens, besonders in Kachetien | Sehr dunkle Farbe, kräftige Säure und Gerbstoffe, dunkle Beeren, Pflaume, Kirsche und Gewürze |
| Tavkveri | Heimisch in Kartlien | Mittlerer Körper, Kirsche, Kräuter und erdige Noten; auch für Rosé und Schaumwein geeignet |
| Aleksandrouli | Vor allem in Ratscha verbreitet | Elegante rote Frucht, Würze und feine Struktur |
| Mujuretuli | Traditionelle Sorte aus Ratscha | Würzig, fruchtbetont und häufig gemeinsam mit Aleksandrouli verarbeitet |
| Ojaleshi | Historische Rebsorte Mingreliens | Aromatische, fruchtbetonte Rotweine mit würziger Struktur |
| Chkhaveri | Vor allem in Gurien und Adscharien | Spät reifend; geeignet für Rosé, helle Rotweine und Schaumwein |
| Aladasturi | Westgeorgische Rebsorte | Fruchtige und vergleichsweise zugängliche Weine |
| Usakhelouri | Sehr seltene Sorte aus Letschchumi | Duftige, feine und häufig natürlich restsüße Weine |
Saperavi – Georgiens berühmteste rote Traube
Saperavi ist die wichtigste rote Rebsorte Georgiens und international das bekannteste Aushängeschild des Landes.
Saperavi gehört zu den sogenannten Färbertrauben. Im Gegensatz zu den meisten roten Rebsorten besitzt sie nicht nur dunkle Beerenschalen, sondern auch farbstoffreiches Fruchtfleisch.
Der Name lässt sich sinngemäß als „zum Färben geeignet“ oder „Farbe gebend“ übersetzen.
Weine aus Saperavi sind häufig:
- tief dunkel,
- farbintensiv,
- säurebetont,
- tanninreich,
- kraftvoll,
- lagerfähig,
- von dunklen Fruchtaromen geprägt.
Typische Aromen können sein:
- Brombeere,
- schwarze Johannisbeere,
- Sauerkirsche,
- Pflaume,
- Gewürze,
- Leder,
- Tabak,
- Kräuter,
- dunkle Schokolade.
Aus Saperavi entstehen sehr unterschiedliche Weinstile:
- trockene Rotweine,
- halbtrockene Weine,
- halbsüße Weine,
- Qvevri-Weine,
- im Holzfass ausgebaute Rotweine,
- kräftige Reserveweine,
- Weine geschützter Herkunftsbezeichnungen.
Aleksandrouli und Mujuretuli
Aleksandrouli und Mujuretuli stammen vor allem aus der Bergregion Ratscha im Nordwesten Georgiens.
Beide Rebsorten werden häufig gemeinsam verarbeitet. Besonders bekannt sind sie als Grundlage des geschützten Weins Khvanchkara.
Aleksandrouli kann elegante, feinfruchtige und würzige Weine hervorbringen. Mujuretuli ergänzt häufig Farbe, Struktur und Aromen dunkler Früchte.
Usakhelouri – eine der seltensten georgischen Rebsorten
Usakhelouri zählt zu den seltensten und bekanntesten georgischen Rotweinsorten.
Der Name wird häufig sinngemäß mit „namenlos“ übersetzt. Die Sorte stammt aus Letschchumi und wächst traditionell nur in einem kleinen geografischen Gebiet.
Die geringen Erträge, die begrenzte Anbaufläche und die hohe Nachfrage führen dazu, dass hochwertige Usakhelouri-Weine vergleichsweise teuer sein können.
Typische Merkmale sind:
- rote Beeren,
- Waldfrüchte,
- florale Aromen,
- feine Würze,
- lebendige Säure,
- ein eleganter Körper.
Ojaleshi und Chkhaveri
Ojaleshi
Ojaleshi ist eine historische rote Rebsorte aus Mingrelien. Traditionell wurden die Reben teilweise an Bäumen oder hohen Stützen gezogen.
Die Sorte kann aromatische und fruchtbetonte Rotweine mit würziger Struktur hervorbringen.
Chkhaveri
Chkhaveri ist eine spät reifende westgeorgische Rebsorte, die besonders mit Gurien und Adscharien verbunden ist.
Aus ihr entstehen unter anderem:
- Roséweine,
- helle Rotweine,
- Schaumweine,
- teilweise natürlich restsüße Weine.
Rebsorte und Weinname sind nicht dasselbe
Bei georgischen Weinen werden Rebsorten, Herkunftsorte und geschützte Weinbezeichnungen häufig miteinander verwechselt.
| Name | Einordnung |
|---|---|
| Saperavi | Rebsorte |
| Rkatsiteli | Rebsorte |
| Mtsvane Kakhuri | Rebsorte |
| Kindzmarauli | Geschützter Wein beziehungsweise Herkunftsbezeichnung auf Basis von Saperavi |
| Mukuzani | Trockener geschützter Saperavi-Wein aus einer festgelegten Herkunft |
| Tsinandali | Geschützter Weißwein, traditionell vor allem aus Rkatsiteli und Mtsvane Kakhuri |
| Khvanchkara | Geschützter Wein aus Aleksandrouli und Mujuretuli |
| Manavi | Geschützte Herkunft, besonders mit Mtsvane Kakhuri verbunden |
Diese Unterscheidung ist wichtig: Mehrere Weinnamen können auf derselben Rebsorte beruhen. Umgekehrt kann ein geschützter Wein aus zwei oder mehreren Rebsorten bestehen.
Warum besitzt Georgien so viele einheimische Rebsorten?
Die georgische Rebenvielfalt lässt sich nicht auf einen einzigen Faktor zurückführen. Mehrere natürliche und kulturelle Bedingungen wirkten über Jahrtausende zusammen.
Unterschiedliche Landschaften und Mikroklimata
Zwischen der Schwarzmeerküste und den östlichen Landesteilen liegen:
- Gebirge,
- Flusstäler,
- Hochlagen,
- trockene Ebenen,
- feuchte subtropische Gebiete,
- kontinentale Weinregionen,
- geschützte Seitentäler.
Eine Rebe, die im warmen und vergleichsweise trockenen Kachetien gute Ergebnisse liefert, muss nicht zwangsläufig für die feuchteren Bedingungen Westgeorgiens geeignet sein.
Über Generationen entstanden deshalb regional angepasste Sorten mit unterschiedlichen Reifezeiten, Beerenschalen, Säurewerten und Widerstandsfähigkeiten.
Lokale Selektion über viele Generationen
Weinbauern vermehrten traditionell Reben, die sich unter den örtlichen Bedingungen besonders bewährten.
Dabei wurden unter anderem folgende Eigenschaften ausgewählt:
- Geschmack und Aroma,
- Reifezeit,
- Ertrag,
- Frostverträglichkeit,
- Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit,
- Anpassung an regionale Böden,
- Eignung für die traditionelle Weinbereitung,
- Lagerfähigkeit der Trauben,
- Verwendung als Wein- oder Tafeltraube.
Diese langfristige bäuerliche Selektion schuf eine enorme regionale Vielfalt.
Abgelegene Täler und Dörfer
Viele georgische Weinbauregionen waren historisch durch Gebirge, schlechte Verkehrswege oder große Entfernungen voneinander getrennt.
Dadurch blieben lokale Reben teilweise über sehr lange Zeit in einzelnen Tälern oder Dörfern erhalten.
Während sich in stärker industrialisierten Weinländern wenige ertragreiche Sorten großflächig durchsetzten, überlebten in Georgien zahlreiche kleinräumige und regional angepasste Rebsorten.
Wein als Bestandteil des Familienlebens
Die Weinbereitung war in Georgien über Jahrhunderte nicht ausschließlich ein kommerzieller Wirtschaftszweig.
Viele Familien besaßen eigene Reben und stellten Wein her für:
- den eigenen Haushalt,
- Familienfeste,
- Hochzeiten,
- religiöse Anlässe,
- Gäste,
- die traditionelle georgische Tafel,
- den lokalen Austausch.
Diese private Weinbaukultur trug entscheidend dazu bei, seltene Rebsorten auch außerhalb großer Betriebe zu erhalten.
Klöster und religiöse Traditionen
Auch georgische Klöster spielten bei der Bewahrung der Weinbaukultur eine wichtige Rolle.
Wein besitzt in der georgisch-orthodoxen Tradition eine religiöse Bedeutung. Klöster kultivierten Reben, bewahrten lokales Wissen und führten traditionelle Methoden der Weinbereitung fort.
Georgien und die 8.000-jährige Geschichte des Weins
Die außergewöhnliche Rebsortenvielfalt ist eng mit der sehr frühen Geschichte des Weinbaus im Südkaukasus verbunden.
Wissenschaftliche Untersuchungen an Keramikfragmenten aus neolithischen Siedlungen im heutigen Georgien ergaben Rückstände von Traubenwein. Die untersuchten Funde werden ungefähr auf die Zeit von 6000 bis 5800 vor Christus datiert.
Damit gehören sie zu den frühesten wissenschaftlich nachgewiesenen Belegen für die Herstellung von Traubenwein.
Aus dieser Datierung ergibt sich die häufig verwendete Aussage, Georgien verfüge über eine rund 8.000 Jahre alte Weintradition.
Wichtig ist jedoch eine wissenschaftlich präzise Formulierung: Die Funde beweisen nicht, dass jede der heutigen 525 Rebsorten bereits vor 8.000 Jahren existierte.
Sie zeigen vielmehr, dass Menschen im Gebiet des heutigen Georgiens bereits im frühen Neolithikum Trauben verarbeiteten und Wein herstellten. Die heutige Sortenvielfalt entwickelte sich anschließend über Jahrtausende durch:
- natürliche genetische Veränderungen,
- menschliche Selektion,
- regionale Anpassung,
- Kreuzungen,
- Weitervermehrung,
- kulturelle Bewahrung.
Welche Rolle spielt der Qvevri?
Der Qvevri, auch Kvevri geschrieben, ist ein großes tönernes Gefäß, das traditionell in den Boden eingelassen wird.
Es dient je nach Weinbereitung zur:
- Gärung,
- Reifung,
- Lagerung,
- natürlichen Klärung des Weins.
Die traditionelle georgische Qvevri-Weinbereitung gehört zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit.
Der Qvevri ist keine Rebsorte
Der Begriff bezeichnet ausschließlich das Gefäß beziehungsweise die darin angewandte Weinbereitungsmethode.
Ein Wein kann daher gleichzeitig sein:
- aus der Rebsorte Rkatsiteli hergestellt,
- in Kachetien gewachsen,
- im Qvevri vergoren,
- auf der Maische ausgebaut,
- als Amberwein abgefüllt.
Diese Angaben beschreiben unterschiedliche Ebenen:
- Rebsorte,
- geografische Herkunft,
- Herstellungsverfahren,
- Weinstil.
Warum werden weiße Qvevri-Weine bernsteinfarben?
Bei der traditionellen kachetischen Methode werden weiße Trauben häufig gemeinsam mit Schalen, Kernen und teilweise Stielen vergoren.
Durch den längeren Kontakt lösen sich:
- Farbstoffe,
- Gerbstoffe,
- Aromakomponenten,
- Phenole,
- weitere Pflanzenstoffe.
Das Ergebnis kann ein goldener bis tief bernsteinfarbener Wein sein. International werden solche Weine häufig als Amber Wine oder Orange Wine bezeichnet.
Die Farbe bedeutet nicht, dass dafür orangefarbene Trauben verwendet werden. Sie entsteht hauptsächlich durch die Maischegärung und die längere Kontaktzeit mit den festen Traubenbestandteilen.
Europäische und traditionelle georgische Weinbereitung
In Georgien werden heute unterschiedliche Weinbereitungsmethoden parallel angewendet.
Klassische europäische Methode
Bei klassisch ausgebauten Weißweinen werden die Trauben meist gepresst und der Saft anschließend ohne längeren Kontakt mit Schalen und Kernen vergoren.
Das Ergebnis sind häufig:
- helle Farben,
- frische Fruchtaromen,
- klare Säure,
- ein leichterer Körper,
- wenig Gerbstoffe.
Traditionelle kachetische Methode
Bei der kachetischen Qvevri-Methode können Schalen, Kerne und Stiele über längere Zeit mitvergoren werden.
Dadurch entstehen häufig:
- kräftige Farben,
- intensive Aromen,
- spürbare Gerbstoffe,
- hohe Struktur,
- gute Lagerfähigkeit.
Traditionelle imeretische Methode
In Imeretien wird häufig nur ein Teil der festen Traubenbestandteile mitvergoren. Dadurch können die Weine leichter und weniger tanninbetont ausfallen als viele kachetische Qvevri-Weine.
Werden wirklich alle 525 Rebsorten für Wein genutzt?
Nein. Die Zahl 525 beschreibt den gesamten dokumentierten autochthonen Rebschatz und nicht die Anzahl der heute wirtschaftlich bedeutenden Sorten.
Viele Reben sind:
- nur regional verbreitet,
- auf sehr kleinen Flächen erhalten,
- in wissenschaftlichen Sammlungen gesichert,
- in privaten Weinbergen vorhanden,
- noch nicht ausreichend untersucht,
- erst seit Kurzem wieder in Produktion,
- wirtschaftlich bisher kaum relevant.
Der kommerzielle Weinbau wird vor allem von einer kleineren Zahl bekannter Sorten geprägt.
Dazu gehören insbesondere:
- Rkatsiteli,
- Saperavi,
- Mtsvane Kakhuri,
- Kisi,
- Chinuri,
- Goruli Mtsvane,
- Tsolikouri,
- Tsitska,
- Krakhuna,
- Aleksandrouli,
- Mujuretuli,
- Tavkveri.
Einige Rebsorten werden sowohl zur Weinbereitung als auch als Tafeltrauben genutzt.
Seltene georgische Rebsorten werden wiederentdeckt
Die Wiederbelebung historischer Sorten gehört zu den interessantesten Entwicklungen des georgischen Weinbaus.
In Forschungs- und Rebsammlungen werden seltene Reben unter anderem auf folgende Eigenschaften untersucht:
- genetische Identität,
- Wuchsverhalten,
- Reifezeit,
- Ertrag,
- Widerstandsfähigkeit,
- Traubenqualität,
- Säurestruktur,
- Zuckergehalt,
- Eignung für unterschiedliche Weinbereitungsmethoden,
- Geschmack,
- Alterungspotenzial,
- wirtschaftliche Anbaumöglichkeiten.
Ziel ist nicht nur die Bewahrung des kulturellen Erbes. Geeignete Sorten sollen teilweise wieder in den praktischen Weinbau zurückgeführt werden.
Welche Vorteile haben seltene georgische Rebsorten?
Größere geschmackliche Vielfalt
Seltene Rebsorten ermöglichen Weine, die sich deutlich von international verbreiteten Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Sauvignon Blanc oder Chardonnay unterscheiden.
Stärkere regionale Identität
Ein Wein aus einer nur in einem bestimmten Tal erhaltenen Rebsorte kann seine geografische Herkunft besonders deutlich ausdrücken.
Chancen durch den Klimawandel
Historische Sorten können Eigenschaften besitzen, die unter veränderten klimatischen Bedingungen wertvoll werden.
Dazu können gehören:
- spätere Reife,
- Trockenheitsverträglichkeit,
- stabile Säurewerte,
- Anpassung an heiße Sommer,
- Widerstandsfähigkeit gegen bestimmte Krankheiten.
Das bedeutet nicht, dass jede alte Sorte automatisch besonders widerstandsfähig ist. Die genetische Vielfalt erweitert jedoch die Möglichkeiten für Forschung, Selektion und zukünftige Anpassung.
Internationale Vermarktung
Weinliebhaber, Sommeliers und Fachhändler interessieren sich zunehmend für:
- eigenständige Herkunftsweine,
- seltene Rebsorten,
- traditionelle Herstellungsverfahren,
- naturnahe Weine,
- Qvevri-Weine,
- Amberweine.
Georgien kann sich dadurch deutlich von standardisierten internationalen Weinmärkten abheben.
Warum sind georgische Rebsorten für Weinliebhaber interessant?
Die Vielfalt georgischer Trauben eröffnet ein außergewöhnlich breites geschmackliches Spektrum.
Je nach Region, Rebsorte und Herstellung finden sich:
- leichte und säurebetonte Weißweine,
- klassische europäisch ausgebaute Weine,
- tanninreiche Amberweine,
- aromatische Roséweine,
- kraftvolle dunkle Rotweine,
- natürlich restsüße Weine,
- Schaumweine,
- Dessertweine,
- verstärkte Weine,
- lang gereifte Qvevri-Weine.
Besonders spannend ist der direkte Vergleich derselben Rebsorte aus unterschiedlichen Herstellungsverfahren.
Ein klassisch ausgebauter Kisi oder Rkatsiteli kann vollkommen anders wirken als ein lange auf der Maische gereifter Qvevri-Wein derselben Sorte.
Welche georgischen Rebsorten sollte man zuerst kennenlernen?
Für einen verständlichen Einstieg in die georgische Weinwelt empfiehlt sich folgende Auswahl.
Rkatsiteli
Die wichtigste weiße Rebsorte und ein idealer Ausgangspunkt, um den Unterschied zwischen klassischem Weißwein und traditionellem Amberwein kennenzulernen.
Saperavi
Die international bekannteste rote Sorte Georgiens. Sie zeigt die kraftvolle, säurebetonte und lagerfähige Seite des Landes.
Mtsvane Kakhuri
Eine aromatische weiße Sorte, die sowohl reinsortig als auch gemeinsam mit Rkatsiteli interessante Weine hervorbringt.
Kisi
Eine hochwertige Rebsorte, die zeitweise fast verschwunden war und heute zu den bekanntesten Beispielen für die Wiederbelebung georgischer Sorten gehört.
Chinuri
Eine typische Sorte Kartliens, die einen frischeren und säurebetonten Gegenpol zu vielen kräftigen kachetischen Qvevri-Weinen bildet.
Tsolikouri
Ein idealer Einstieg in die Weinwelt Westgeorgiens, insbesondere Imeretiens und Letschchumis.
Aleksandrouli und Mujuretuli
Diese beiden Sorten sind vor allem durch den Wein Khvanchkara bekannt und repräsentieren die bergigen Weinlagen von Ratscha.
Usakhelouri
Eine seltene und hochwertige Rebsorte aus Letschchumi, die besonders für elegante und aromatische Weine bekannt ist.
Bedeutung der Rebsortenvielfalt für Georgiens Tourismus
Die georgische Weinvielfalt ist nicht nur für Winzer und Wissenschaftler interessant. Sie spielt auch für den internationalen Tourismus eine zunehmend wichtige Rolle.
Besucher können in Georgien:
- historische Weinkeller besichtigen,
- Qvevri-Weine verkosten,
- Familienweingüter kennenlernen,
- an Weinlese und Weinherstellung teilnehmen,
- regionale Rebsorten entdecken,
- traditionelle Speisen und Weine kombinieren,
- Weinmuseen und Rebsammlungen besuchen.
Besonders Kachetien hat sich zu einem international bekannten Ziel für Weinreisen entwickelt. Gleichzeitig gewinnen auch Kartlien, Imeretien, Ratscha, Gurien und Adscharien an Bedeutung.
Die große Zahl autochthoner Rebsorten ermöglicht es den einzelnen Regionen, ein unverwechselbares touristisches Profil zu entwickeln.
Häufig gestellte Fragen zu den Rebsorten Georgiens
Wie viele Rebsorten gibt es in Georgien?
In Georgien sind rund 525 autochthone Rebsorten dokumentiert. Häufig wird verkürzt von mehr als 500 georgischen Rebsorten gesprochen.
Ist die Zahl 525 endgültig?
Die Zahl 525 gilt als etablierte Bezugsgröße. Einzelne Zuordnungen können sich jedoch durch DNA-Analysen, die Identifikation von Synonymen und die Wiederentdeckung historischer Reben verändern.
Warum liest man häufig nur von 500 Rebsorten?
„Mehr als 500“ ist eine gerundete Kurzform. Sie ist nicht falsch, aber weniger genau als die häufig verwendete Zahl 525.
Sind alle 525 Rebsorten ausschließlich in Georgien zu finden?
Sie gelten als georgische beziehungsweise autochthone Sorten. Das bedeutet nicht, dass sie heute ausschließlich innerhalb Georgiens angebaut werden. Bekannte Reben wie Rkatsiteli und Saperavi wachsen inzwischen auch in anderen Ländern.
Sind alle georgischen Rebsorten Weintrauben?
Die meisten werden dem Weinbau zugeordnet. Einige Sorten eignen sich zusätzlich als Tafeltrauben oder für andere Traubenprodukte.
Werden alle Sorten kommerziell angebaut?
Nein. Nur ein deutlich kleinerer Teil besitzt heute eine größere wirtschaftliche Bedeutung. Viele Sorten werden auf Kleinstflächen, in privaten Gärten oder in Forschungs- und Erhaltungssammlungen bewahrt.
Welche ist die wichtigste weiße Rebsorte Georgiens?
Rkatsiteli ist die wichtigste und bekannteste weiße Rebsorte des Landes.
Welche ist die wichtigste rote Rebsorte Georgiens?
Saperavi ist die bedeutendste rote Rebsorte. Sie ist eine Färbertraube mit dunklem Fruchtfleisch und ergibt häufig farbintensive, säure- und tanninreiche Weine.
Welche Region besitzt die meisten Rebsorten?
Nach der traditionellen regionalen Zuordnung liegt Kachetien mit rund 80 Rebsorten vor Imeretien und Kartlien.
Gibt es wilde Weinreben in Georgien?
Ja. Auf georgischem Gebiet kommen zahlreiche Formen wilder Weinreben vor. Diese werden jedoch nicht einfach zu den rund 525 kultivierten Rebsorten hinzugezählt.
Ist Qvevri eine georgische Rebsorte?
Nein. Ein Qvevri ist ein traditionelles Tongefäß zur Gärung, Reifung und Lagerung von Wein.
Sind Kindzmarauli und Mukuzani Rebsorten?
Nein. Beide sind geschützte Wein- beziehungsweise Herkunftsbezeichnungen, die wesentlich auf der Rebsorte Saperavi beruhen.
Ist Khvanchkara eine Rebsorte?
Nein. Khvanchkara ist eine geschützte Weinbezeichnung. Der Wein wird traditionell aus den Rebsorten Aleksandrouli und Mujuretuli hergestellt.
Was ist der Unterschied zwischen Weißwein und Amberwein?
Weißwein wird üblicherweise ohne längeren Kontakt zu Schalen und Kernen vergoren. Bei Amberwein bleiben die festen Traubenbestandteile über einen längeren Zeitraum mit dem Most in Kontakt. Dadurch entstehen eine dunklere Farbe, mehr Gerbstoffe und ein kräftigeres Geschmacksprofil.
Warum gilt Georgien als Ursprungsland des Weins?
In Georgien wurden an neolithischen Keramikgefäßen Weinrückstände nachgewiesen, die ungefähr auf 6000 bis 5800 vor Christus datiert werden. Diese Funde gehören zu den frühesten wissenschaftlich bestätigten Nachweisen für Traubenwein.
Seit wann wird in Georgien Wein hergestellt?
Die archäologischen Nachweise reichen rund 8.000 Jahre zurück. Die georgische Weintradition gehört damit zu den ältesten bekannten Weinbaukulturen der Welt.
Georgien besitzt rund 525 autochthone Rebsorten
Die korrekte Antwort auf die Frage „Wie viele Rebsorten gibt es in Georgien?“ lautet:
Georgien besitzt rund 525 autochthone Rebsorten.
Die gelegentlich verwendeten Angaben „mehr als 500“ oder „mehr als 525“ beschreiben dieselbe außergewöhnliche Sortenvielfalt mit unterschiedlicher Genauigkeit.
Nicht alle Reben werden heute kommerziell angebaut. Viele überleben lediglich in kleinen Weinbergen, Familiengärten oder wissenschaftlichen Sammlungen.
Gerade darin liegt der besondere Wert des georgischen Weinbaus. Georgien bewahrt nicht nur eine rund 8.000 Jahre zurückreichende Weingeschichte, sondern auch ein lebendiges genetisches und kulturelles Erbe.
Bekannte Sorten wie Rkatsiteli und Saperavi bilden nur die sichtbare Spitze eines Rebschatzes, der noch zahlreiche seltene, regionale und teilweise kaum erforschte Trauben umfasst.
Quellen und weiterführende Informationen
- Nationale Weinagentur Georgiens – Rebsortenvielfalt in Georgien
Offizielle Angaben zur Zahl der heimischen georgischen Rebsorten und zur Bedeutung der autochthonen Sortenvielfalt.
https://wine.gov.ge/En/News/37074 - Georgian National Tourism Administration – Georgian Wine
Offizielle Informationen zur georgischen Weinkultur, zur regionalen Verteilung der Rebsorten, zu Weinregionen und zu wilden Weinreben in Georgien.
https://georgia.travel/georgian-wine - Nationale Weinagentur Georgiens – Weiße Rebsorten
Offizielle Übersicht und Beschreibungen wichtiger weißer georgischer Rebsorten wie Rkatsiteli, Mtsvane Kakhuri, Kisi, Khikhvi, Chinuri und weiterer Sorten.
https://wine.gov.ge/En/VarietyWhite - Nationale Weinagentur Georgiens – Rote Rebsorten
Offizielle Informationen zu wichtigen roten georgischen Rebsorten, darunter Saperavi, Aleksandrouli, Mujuretuli, Tavkveri und weitere autochthone Sorten.
https://wine.gov.ge/En/VarietyRed - Scientific-Research Center of Agriculture – Rebsammlung Jighaura
Informationen des georgischen Wissenschaftlichen Forschungszentrums für Landwirtschaft zur nationalen Rebsammlung, zur Erhaltung heimischer Sorten und zum Bestand georgischer und internationaler Reben.
https://srca.gov.ge/en/news/25515 - Scientific-Research Center of Agriculture – Forschung zu lokalen georgischen Rebsorten
Informationen zur wissenschaftlichen Untersuchung, Erhaltung und Wiederbelebung seltener autochthoner Rebsorten Georgiens.
https://srca.gov.ge/en/news/26660 - Proceedings of the National Academy of Sciences – Early Neolithic Wine of Georgia in the South Caucasus
Wissenschaftliche Veröffentlichung zu den archäologischen und biomolekularen Nachweisen früher Weinherstellung im heutigen Georgien aus dem 6. Jahrtausend vor Christus.
https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.1714728114 - UNESCO – Ancient Georgian Traditional Qvevri Wine-making Method
Offizielle UNESCO-Seite zur traditionellen georgischen Qvevri-Weinbereitung, die seit 2013 zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit gehört.
https://ich.unesco.org/en/RL/ancient-georgian-traditional-qvevri-wine-making-method-00870


