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Georgien Wirtschaft 2026 wächst stark

5. August 2026 / Georgien Immobilien

Georgiens Wirtschaft wächst 2026 stark: Chancen und Risiken für Immobilienkäufer

Georgiens Wirtschaft wächst 2026 deutlich stärker als zu Jahresbeginn erwartet. Nach einem realen Wachstum von 7,9 Prozent im ersten Halbjahr hat die Investmentbank Galt & Taggart ihre Prognose für das Gesamtjahr von sieben auf 7,5 Prozent angehoben.

Die starke wirtschaftliche Entwicklung ist grundsätzlich eine positive Nachricht für Unternehmen, Beschäftigte und Investoren. Sie kann die Nachfrage nach Wohnraum, Gewerbeflächen, Hotelimmobilien und Baugrundstücken unterstützen.

Doch das Wachstum hat eine Kehrseite. Gleichzeitig steigen die Inflationserwartungen, internationale Energiepreise bleiben ein Risiko und die georgische Nationalbank hält den Leitzins auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

Für Immobilienkäufer entsteht damit ein anspruchsvolles Umfeld: Die wirtschaftliche Expansion kann Einkommen, Beschäftigung, Mieten und Immobiliennachfrage stärken. Gleichzeitig können Finanzierung, Bau, Renovierung, Instandhaltung und Betrieb einer Immobilie teurer werden.

Entscheidend ist deshalb nicht allein, wie stark Georgiens Wirtschaft wächst. Für Anleger zählt, ob die Einnahmen einer konkreten Immobilie schneller steigen als Inflation, Betriebskosten, Finanzierungskosten und mögliche Währungsverluste.

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Georgiens Wirtschaft wächst im ersten Halbjahr um 7,9 Prozent

Nach vorläufigen Berechnungen des georgischen Statistikamtes Geostat stieg das reale Bruttoinlandsprodukt im Juni 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,6 Prozent. Im Mai hatte das Wachstum 6,4 Prozent und im April 6,2 Prozent betragen.

Für das gesamte erste Halbjahr ergibt sich damit ein durchschnittliches reales Wirtschaftswachstum von 7,9 Prozent.

Da es sich um reales Wachstum handelt, sind allgemeine Preissteigerungen bereits herausgerechnet. Die georgische Wirtschaft produzierte also tatsächlich mehr Waren und Dienstleistungen. Die hohen Wachstumszahlen sind nicht lediglich eine Folge der Inflation.

Besonders zum Wachstum beigetragen haben:

  • das verarbeitende Gewerbe,
  • Transport und Lagerhaltung,
  • die Bauwirtschaft,
  • Information und Kommunikation,
  • Finanz- und Versicherungsdienstleistungen.

Rückgänge verzeichneten dagegen unter anderem der Bergbau und der Energiesektor.

Die Zusammensetzung des Wachstums ist für Immobilieninvestoren von besonderer Bedeutung. Es handelt sich nicht ausschließlich um einen kurzfristigen Konsumimpuls. Mit Transport, Industrie, Bau, Finanzwirtschaft und Informationstechnologie wachsen mehrere Bereiche, die Arbeitsplätze, Unternehmensansiedlungen und Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeflächen schaffen können.

Georgien Wirtschaft 2026 wächst stark Infografik

Georgien Wirtschaft 2026 wächst stark Infografik

Galt & Taggart erhöht die Wachstumsprognose auf 7,5 Prozent

Aufgrund der stärker als erwartet ausgefallenen Wirtschaftsentwicklung hat Galt & Taggart seine Prognose für das reale Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr 2026 von sieben auf 7,5 Prozent angehoben.

Die Prognose unterstellt, dass die georgische Wirtschaft auch im zweiten Halbjahr robust bleibt, obwohl sich das Wachstum gegenüber dem besonders starken ersten Halbjahr etwas abschwächen könnte.

Die Zahl von 7,5 Prozent darf jedoch nicht mit einem bereits feststehenden Jahresergebnis verwechselt werden. Es handelt sich um eine Prognose, die von zahlreichen wirtschaftlichen und politischen Faktoren abhängt.

Zu den wichtigsten Einflussgrößen gehören:

  • internationale Energiepreise,
  • geopolitische Entwicklungen,
  • Tourismus- und Deviseneinnahmen,
  • Exporte und Transportleistungen,
  • private und öffentliche Investitionen,
  • Kreditkosten,
  • Geldpolitik,
  • Wechselkursentwicklung des georgischen Lari.

Größere Veränderungen bei Öl- und Gaspreisen, regionalen Konflikten oder internationalen Kapitalströmen könnten das tatsächliche Ergebnis sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Nationalbank bleibt mit 6,5 Prozent vorsichtiger

Die Nationalbank von Georgien bewertet die Entwicklung vorsichtiger als Galt & Taggart. In ihrem zentralen Szenario rechnet sie für 2026 weiterhin mit einem realen Wirtschaftswachstum von 6,5 Prozent.

Damit besteht zwischen den beiden aktuellen Prognosen eine Differenz von einem Prozentpunkt.

Institution Wachstumsprognose für 2026
Galt & Taggart 7,5 Prozent
Nationalbank von Georgien 6,5 Prozent

Für Investoren ist diese Differenz wichtig. Sie zeigt, dass die wirtschaftliche Richtung zwar eindeutig positiv ist, die genaue Stärke des Wachstums aber weiterhin unsicher bleibt.

Eine seriöse Immobilienkalkulation sollte deshalb nicht darauf beruhen, dass sich die besonders hohen Wachstumsraten des ersten Halbjahres dauerhaft fortsetzen.

Empfehlenswert ist eine Investitionsrechnung, die auch dann noch funktioniert, wenn:

  • das Wachstum schwächer ausfällt,
  • die Inflation länger erhöht bleibt,
  • Mieten langsamer steigen,
  • der Lari gegenüber dem Euro an Wert verliert,
  • Betriebskosten stärker als erwartet zunehmen.

Inflation bleibt das wichtigste wirtschaftliche Gegenrisiko

Parallel zur Wachstumsprognose hat Galt & Taggart auch seine Inflationsprognose erhöht. Statt bisher 4,8 Prozent erwartet das Unternehmen für 2026 nun eine durchschnittliche Inflation von 5,1 Prozent.

Die Nationalbank von Georgien ist geringfügig zurückhaltender und rechnet im Jahresdurchschnitt mit einer Inflation von 5,2 Prozent.

Als wesentliches Risiko gelten insbesondere höhere internationale Energiepreise. Steigende Preise für Öl, Gas und andere Energieträger können sich nicht nur direkt auf Strom, Heizung und Kraftstoff auswirken. Sie verteuern häufig auch Transport, Produktion, Baumaterialien, Lebensmittel und zahlreiche Dienstleistungen.

Die tatsächliche Jahresteuerung lag im Juli 2026 bei 5,5 Prozent. Gegenüber dem Vormonat gingen die Verbraucherpreise zwar leicht zurück, im Vergleich zum Vorjahresmonat blieb das Preisniveau jedoch deutlich erhöht.

Die Prognosen von 5,1 beziehungsweise 5,2 Prozent beziehen sich auf den Durchschnitt des gesamten Jahres. Sie bedeuten nicht, dass die Inflation in jedem einzelnen Monat genau auf diesem Niveau liegen wird.

Die Nationalbank erwartet, dass der Inflationsdruck im weiteren Jahresverlauf schrittweise nachlässt. Wegen der verbleibenden Risiken hält sie den geldpolitischen Leitzins jedoch weiterhin bei 8,25 Prozent.

Warum die Inflation für Immobilieninvestoren entscheidend ist

Immobilien werden häufig als Schutz vor Inflation bezeichnet. Diese Aussage ist jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen richtig.

Eine Immobilie kann einen gewissen Inflationsschutz bieten, wenn:

  • die Mieten regelmäßig angepasst werden können,
  • die Nachfrage am Standort stabil bleibt,
  • der Immobilienwert langfristig mit dem allgemeinen Preisniveau steigt,
  • ein vorhandener Kredit langfristig zu festen Konditionen abgeschlossen wurde,
  • die Betriebskosten kontrollierbar bleiben.

Problematisch wird Inflation, wenn die laufenden Kosten schneller steigen als die Mieteinnahmen.

Betroffen sein können insbesondere:

  • Baumaterialien,
  • Handwerkerleistungen,
  • Transport- und Lieferkosten,
  • Strom,
  • Heizung,
  • Klimatisierung,
  • Reinigung,
  • Hausverwaltung,
  • Reparaturen,
  • Instandhaltung,
  • Versicherungen,
  • Personalkosten,
  • Finanzierungskosten.

Bei Apartments mit Kurzzeitvermietung kommen weitere Kosten hinzu. Dazu gehören Reinigung, Wäsche, Buchungsplattformen, Gästebetreuung, Möblierung und ein häufig höherer Verschleiß.

Steigen die Übernachtungspreise zwar nominal, gleichzeitig aber Energie-, Personal- und Verwaltungskosten stärker, kann der operative Gewinn trotz höherer Einnahmen sinken.

Starkes Wirtschaftswachstum lässt Immobilienpreise nicht automatisch steigen

Zwischen Wirtschaftswachstum und Immobilienpreisen besteht grundsätzlich ein Zusammenhang. Dieser wirkt jedoch weder unmittelbar noch an jedem Standort in gleicher Weise.

Wirtschaftswachstum kann die Immobiliennachfrage unterstützen, weil:

  • Unternehmen zusätzliche Mitarbeiter einstellen,
  • Einkommen steigen,
  • neue Haushalte gegründet werden,
  • Unternehmen Büro-, Lager- oder Produktionsflächen benötigen,
  • mehr Investitionen in Infrastruktur und Bauprojekte fließen,
  • die Kreditnachfrage zunimmt,
  • ausländische Investoren auf den Markt aufmerksam werden.

Trotzdem können Immobilienpreise stagnieren oder fallen, wenn gleichzeitig sehr viele neue Wohnungen entstehen, die Finanzierung teuer bleibt oder Käufer die verlangten Preise nicht mehr bezahlen können.

Gerade die wachsende Bauwirtschaft ist deshalb ein zweischneidiger Faktor.

Einerseits zeigt sie, dass investiert und entwickelt wird. Andererseits erhöht jedes neue Bauprojekt das zukünftige Angebot.

Werden in einem Stadtteil mehr Apartments fertiggestellt als dauerhaft vermietet oder verkauft werden können, kann selbst eine stark wachsende Gesamtwirtschaft ein Überangebot nicht verhindern.

Für Immobilienkäufer zählt daher nicht nur die Wachstumsrate Georgiens. Entscheidend sind unter anderem:

  • die Zahl konkurrierender Neubauprojekte,
  • bereits genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Bauvorhaben,
  • die tatsächliche Vermietbarkeit des Grundrisses,
  • die Kaufkraft der lokalen Zielgruppe,
  • die Abhängigkeit von ausländischen Käufern,
  • die Nachfrage nach Langzeit- oder Kurzzeitvermietung,
  • die Qualität der Hausverwaltung,
  • die laufenden Gemeinschaftskosten,
  • die rechtliche und technische Qualität des Projekts.

Tiflis profitiert anders als Batumi

Das Wirtschaftswachstum wirkt sich in Tiflis und Batumi unterschiedlich auf den Immobilienmarkt aus.

Tiflis

In der Hauptstadt entsteht Wohnraumnachfrage vor allem durch:

  • Arbeitsplätze,
  • Universitäten,
  • öffentliche Einrichtungen,
  • Finanzdienstleistungen,
  • Informationstechnologie,
  • Handel,
  • Unternehmensansiedlungen,
  • Binnenmigration aus anderen Regionen Georgiens.

Für langfristig vermietete Wohnungen sind deshalb Bevölkerungsentwicklung, lokale Einkommen, Verkehrsanbindung und die Nähe zu Arbeitsplätzen besonders wichtig.

Ein wirtschaftlicher Aufschwung kann diesen Markt relativ direkt unterstützen. Dennoch bleiben Kaufpreis, Neubauangebot und die finanzielle Leistungsfähigkeit der Mieter entscheidend.

Nicht jedes hochpreisige Neubauprojekt profitiert automatisch von einem wachsenden Bruttoinlandsprodukt. Wird ein Apartment zu teuer eingekauft, kann selbst eine gute Vermietbarkeit keine attraktive Rendite mehr ermöglichen.

Batumi

In Batumi spielen zusätzliche Faktoren eine wesentlich größere Rolle:

  • internationale Käufer,
  • ausländische Touristen,
  • Saisonverläufe,
  • Flugverbindungen,
  • Hotel- und Apartmentangebot,
  • geopolitische Entwicklungen,
  • wirtschaftliche Lage in den Herkunftsländern der Gäste.

Ein hohes georgisches Wirtschaftswachstum garantiert daher weder eine dauerhaft hohe Auslastung noch automatisch steigende Preise für Ferienapartments.

Wer in Batumi investiert, sollte nicht nur die landesweite Wachstumsprognose betrachten. Geprüft werden müssen insbesondere:

  • die reale Auslastung vergleichbarer Apartments,
  • die Nebensaison,
  • die Konkurrenz im unmittelbaren Umfeld,
  • die Zahl weiterer geplanter Einheiten,
  • die Kosten der Kurzzeitvermietung,
  • die Qualität des Betreibers,
  • die vertraglichen Garantien,
  • die Instandhaltungs- und Gemeinschaftskosten.
Georgien Wirtschaft 2026 wächst stark

Georgien Wirtschaft 2026 wächst stark

Auch Logistik- und Gewerbeimmobilien können profitieren

Die Wachstumsbeiträge aus Transport, Lagerhaltung und verarbeitendem Gewerbe können mittelfristig auch die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien unterstützen.

Dazu zählen insbesondere:

  • Lagerhallen,
  • Logistikzentren,
  • kleinere Produktionsflächen,
  • Gewerbegrundstücke,
  • Büroflächen für Logistikunternehmen,
  • technische Betriebsgebäude,
  • Flächen entlang wichtiger Verkehrsachsen.

Solche Investitionen erfordern jedoch mehr Fachkenntnis als der Kauf einer Wohnung.

Entscheidend sind unter anderem:

  • langfristige Mietverträge,
  • Bonität des Mieters,
  • technische Eignung des Gebäudes,
  • Bodenbelastbarkeit,
  • Zufahrtsmöglichkeiten,
  • Stromversorgung,
  • Brandschutz,
  • Nähe zu Straßen, Bahnverbindungen, Häfen oder Grenzübergängen.

Aus dem Wachstum eines Wirtschaftszweiges folgt nicht automatisch, dass jede Gewerbeimmobilie in diesem Bereich eine attraktive Investition darstellt.

Die reale Nettorendite zählt

Bei einer Inflation von 5,1 Prozent verliert eine nominale Rendite deutlich an Aussagekraft.

Die vereinfacht inflationsbereinigte Rendite kann folgendermaßen berechnet werden:

Reale Rendite = (1 + nominale Nettorendite) ÷ (1 + Inflation) – 1

Bei einer angenommenen Inflation von 5,1 Prozent ergeben sich ungefähr folgende Werte:

Nominale Nettorendite Reale Rendite nach Inflation
6 Prozent rund 0,9 Prozent
7 Prozent rund 1,8 Prozent
8 Prozent rund 2,8 Prozent
9 Prozent rund 3,7 Prozent

Dabei handelt es sich ausschließlich um die inflationsbereinigte laufende Mietrendite.

Noch nicht berücksichtigt sind:

  • Wertveränderungen der Immobilie,
  • Steuern,
  • Währungseffekte,
  • Finanzierungskosten,
  • Kaufnebenkosten,
  • größere Instandsetzungen,
  • außergewöhnliche Leerstände.

Noch deutlicher wird der Unterschied bei beworbenen Bruttorenditen.

Erzielt eine Immobilie beispielsweise acht Prozent Bruttomietrendite und verbrauchen Leerstand, Verwaltung, Reparaturen und sonstige Kosten 20 Prozent der Mieteinnahmen, verbleiben etwa 6,4 Prozent Nettorendite.

Bei einer Inflation von 5,1 Prozent entspricht dies nur noch einer realen laufenden Rendite von ungefähr 1,2 Prozent.

Eine beworbene Bruttorendite von acht oder zehn Prozent ist daher ohne vollständige Kostenrechnung kaum aussagekräftig.

Der hohe Leitzins begrenzt die Finanzierungsvorteile

Trotz des starken Wirtschaftswachstums ist Fremdkapital in Georgien nicht günstig. Der geldpolitische Leitzins liegt weiterhin bei 8,25 Prozent.

Das bedeutet nicht, dass jeder Immobilienkredit genau mit diesem Zinssatz angeboten wird. Der Leitzins beeinflusst jedoch die allgemeinen Finanzierungskosten und zeigt, dass die Nationalbank wegen der Inflationsrisiken weiterhin eine vergleichsweise straffe Geldpolitik verfolgt.

Besonders sorgfältig sollten Käufer kalkulieren, wenn:

  • ein Kredit in GEL aufgenommen wird,
  • der Zinssatz variabel ist,
  • die Zinsbindung nur kurz ausfällt,
  • die Mieteinnahmen in einer anderen Währung anfallen,
  • ein Bauträger die Schlusszahlung durch einen späteren Bankkredit voraussetzt,
  • die Investition nur bei einer sehr hohen Auslastung tragfähig ist.

Ein Ratenzahlungsplan des Bauträgers kann zunächst attraktiv wirken. Muss am Ende jedoch ein teurer Bankkredit aufgenommen werden, kann sich die tatsächliche Gesamtbelastung erheblich verändern.

Käufer sollten deshalb nicht nur die monatliche Rate während der Bauphase betrachten. Entscheidend ist die gesamte Finanzierung bis zur vollständigen Bezahlung und Übergabe der Immobilie.

Aktueller Wechselkurs des georgischen Lari

Für den 5. August 2026 veröffentlichte die Nationalbank von Georgien folgende offizielle Referenzkurse:

  • 1 US-Dollar = 2,6239 GEL
  • 1 Euro = 3,0219 GEL

Die offiziellen Kurse der Nationalbank sind Referenzwerte. Tatsächliche Kauf- und Verkaufskurse von Banken, Kreditkartenanbietern oder Wechselstuben können aufgrund von Margen und Gebühren abweichen.

Für deutsche und andere europäische Käufer können bei einer georgischen Immobilie gleichzeitig drei Währungen eine Rolle spielen:

  1. Der Kaufpreis oder spätere Verkaufspreis wird häufig in US-Dollar angegeben.
  2. Die Miete und ein großer Teil der laufenden Kosten fallen in GEL an.
  3. Der Anleger bewertet sein Vermögen und seine Rendite in Euro.

Damit können selbst bei unveränderten Immobilienpreisen Währungsgewinne oder Währungsverluste entstehen.

Eine Renditeberechnung sollte deshalb nicht ausschließlich in US-Dollar oder GEL erfolgen. Europäische Anleger sollten zusätzlich berechnen, welcher Ertrag nach Umrechnung tatsächlich in Euro verbleibt.

Ein sinnvoller Stresstest für Immobilienkäufer

Vor dem Kauf sollte mindestens ein konservatives Belastungsszenario gerechnet werden.

Eine solche Kalkulation könnte beispielsweise folgende Annahmen miteinander kombinieren:

  • zehn Prozent niedrigere Mieteinnahmen,
  • ein zusätzlicher Monat Leerstand,
  • 15 Prozent höhere Betriebskosten,
  • zehn Prozent schwächerer GEL gegenüber dem Euro,
  • sechs Monate verzögerte Fertigstellung,
  • höhere Finanzierungskosten,
  • zusätzliche Reparatur- oder Einrichtungskosten,
  • geringere Auslastung in der Nebensaison.

Funktioniert die Investition nur bei vollständiger Auslastung, stabilen Wechselkursen und den vom Verkäufer beworbenen Höchstmieten, ist die Sicherheitsmarge gering.

Eine solide Immobilie sollte auch unter weniger günstigen Bedingungen noch einen positiven oder zumindest vertretbaren Cashflow erzielen.

Was Anleger aus der Wachstumsprognose ableiten können

Die angehobene Wachstumsprognose ist grundsätzlich eine positive Nachricht für den georgischen Immobilienmarkt.

Sie spricht für:

  • eine weiterhin dynamische Wirtschaft,
  • steigende Unternehmensaktivität,
  • zusätzliche Beschäftigung,
  • wachsende Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeflächen,
  • eine robuste Investitionsbereitschaft,
  • zusätzliche Chancen für Logistik, Industrie und Dienstleistungen.

Sie ist jedoch kein Freibrief für jeden Standort, jeden Bauträger und jedes Neubauprojekt.

Inflation, hohe Finanzierungskosten, wachsende Baukapazitäten und mögliche Überangebote können einen Teil der wirtschaftlichen Vorteile aufzehren.

Besonders riskant sind Projekte, deren Rendite ausschließlich auf optimistischen Mietprognosen, garantierten Höchstrenditen oder dauerhaft steigenden Verkaufspreisen beruht.

Georgiens Wachstum schafft Chancen – die Inflation trennt gute von schlechten Immobilien

Georgiens Wirtschaft zeigt auch 2026 eine bemerkenswerte Dynamik. Das reale Wachstum von 7,9 Prozent im ersten Halbjahr rechtfertigt grundsätzlich einen optimistischeren Ausblick.

Die von Galt & Taggart prognostizierten 7,5 Prozent sind möglich, aber nicht garantiert. Die vorsichtigere Prognose der Nationalbank von 6,5 Prozent zeigt, dass weiterhin wirtschaftliche Unsicherheiten bestehen.

Für Immobilieninvestoren lautet die entscheidende Schlussfolgerung:

Starkes Wirtschaftswachstum verbessert die Rahmenbedingungen, ersetzt aber keine sorgfältige Prüfung der konkreten Immobilie.

Eine attraktive Investition zeichnet sich durch einen angemessenen Kaufpreis, nachweisbare Nachfrage, realistische Mieten, überschaubare Betriebskosten, transparente Verträge und eine belastbare Nettorendite aus.

Nicht die höchste beworbene Rendite ist entscheidend, sondern der Ertrag, der nach Leerstand, Verwaltung, Instandhaltung, Inflation, Finanzierung und Währungseffekten tatsächlich übrig bleibt.

Häufige Fragen zur georgischen Wirtschaft 2026

Wie stark wächst Georgiens Wirtschaft 2026?

Galt & Taggart erwartet inzwischen ein reales Wirtschaftswachstum von 7,5 Prozent. Die Nationalbank von Georgien bleibt mit einer Prognose von 6,5 Prozent vorsichtiger. Das endgültige Ergebnis steht erst nach Abschluss und Auswertung des Jahres 2026 fest.

Warum unterscheiden sich die Wachstumsprognosen?

Die Institutionen verwenden unterschiedliche Modelle, Annahmen und Risikobewertungen. Unterschiede können sich insbesondere bei den Erwartungen zu Energiepreisen, Tourismus, Exporten, Investitionen und geopolitischen Entwicklungen ergeben.

Wie hoch ist die Inflation in Georgien?

Galt & Taggart erwartet für 2026 eine durchschnittliche Inflation von 5,1 Prozent. Die Nationalbank prognostiziert 5,2 Prozent. Die tatsächliche jährliche Inflationsrate lag im Juli 2026 bei 5,5 Prozent.

Steigen die Immobilienpreise wegen des Wirtschaftswachstums automatisch?

Nein. Wirtschaftswachstum kann die Nachfrage unterstützen. Die Preisentwicklung hängt jedoch zusätzlich vom Standort, Neubauangebot, Einkommen, Finanzierungskosten, Leerstand und der Zahl konkurrierender Projekte ab.

Sind Immobilien in Georgien ein Schutz vor Inflation?

Immobilien können einen gewissen Inflationsschutz bieten, wenn Mieten und Immobilienwerte langfristig mit dem Preisniveau steigen. Erhöhen sich Betrieb, Instandhaltung und Finanzierung jedoch schneller als die Einnahmen, kann die reale Rendite sinken.

Welche Rendite sollte bei Immobilien in Georgien betrachtet werden?

Entscheidend ist die Nettorendite nach Leerstand, Verwaltung, Reparaturen, Gemeinschaftskosten, Finanzierung und Steuern. Für europäische Anleger sollte die Rendite zusätzlich um Inflation und Währungseffekte bereinigt werden.

Was bedeutet eine hohe Inflation für Ferienapartments?

Bei Ferienapartments können insbesondere Energie, Reinigung, Wäsche, Personal, Plattformgebühren und Instandhaltung teurer werden. Höhere Übernachtungspreise führen deshalb nicht automatisch zu einem höheren Gewinn.

Welche Rolle spielt der georgische Lari?

Der Wechselkurs beeinflusst den tatsächlichen Ertrag europäischer Anleger. Werden Mieteinnahmen in GEL erzielt und später in Euro umgerechnet, kann eine Abwertung des Lari die Rendite in Euro reduzieren.

Wesentliche Quellen und weiterführende Links